Caf kippt finale: senegal rast, marokko jubelt – afrika-cup jetzt im chaos
Ein einziger PDF-Brief versetzte ganz Westafrika in Aufruhr: Das Berufungsgericht des afrikanischen Fußballverbandes erklärte Marokko nachträglich zum Afrika-Cup-Sieger – und machte Senegals Ekstase vom Januar plötzlich zu Asche. Die Reaktionen in Dakar reichen von blankem Hohn bis zur Ankündigung einer CAS-Klage; in Rabat dagegen spricht man endlich von „Gerechtigkeit“.
Warum das urteil juristisch brisant ist
Die CAF-Appell-Kammer stützt sich auf jene dramatische Szene in der 120. Minute, als die Senegalesen den Platz verließen, weil ihnen ein Strafstoßpfiff gegen ihren Kapitän als unhaltbar erschien. Die Statuten sehen bei Spielabbruch eine 3:0-Wertung für die Gegenseite vor – egal, was danach passiert. Genau diesen Passus zog das Gremium heran, stellte den 1:0-Siegtreffer nachträglich infrage und verpasste Marokko den Titel per Schreiben. Formal legal, emotional eine Bombe.
Die sengalesische Sportzeitung „Le Soleil“ titelt daraufhin „Der Witz des Jahrhunderts“, das Blatt „Walf Quotidien“ spricht von einem „Erdbeben“. Pathé Ciss, Mittelfeldstratege der Nationalmannschaft, spottet auf X: „Könnt ihr den Heulsusen ruhig noch drei Tore gutschreiben.“ Rechtsverteidiger El Hadji Malick Diouf ergänzt bissig: „Trophäen holt man sich auf dem Rasen, nicht per E-Mail.“ Für den Verbandsgeneralsekretär ist klar: „Das ist eine Schande für den ganzen Kontinent.“

Marokko feiert, doch der fall ist noch nicht zu
In Casablanca jubeln trotz strömenden Regens erste Fans, die Zeitung „Al Massae“ spricht von der „zurückgeholten“ Krone. Doch der Sieg riecht bitter: Weder Achraf Hakimi noch Brahim Diaz, dessen verschossener Elfmeter ursprünglich die K.o.-Szene auslöste, äußern sich öffentlich – beide haben Champions-League-Pflicht. Der senegalesische Verband zieht indes vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS; das Verfahren kann Monate dauern.
Die Afrika-Cup-Geschichte droht damit zum Dauerbrenner zu werden. Denn selbst wenn der CAS das CAF-Urteil bestätigt, bleibt die Frage: Wann ist ein Finale wirklich vorbei? Spätestens jetzt steht fest: Der Pokal hat Risse, die kein Regen von Rabat jemals kitten wird.
