Caf kippt afrika-cup-final nach zwei monaten um: marokko bekommt den pokal nachträglich

Die Football-Saga aus Dakar erreicht Rabat per Fax: 57 Tage nach dem Abpfiff erklärt das Caf-Berufungsgericht den Senegal zum 0:3-Verlierer und schiebt Marokko den Afrika-Cup 2025 hinterher – ein juristischer Blitz, der das Finale neu schreibt und die Kontinental-Fußball-Welt vor ein Scherbenhaufen stellt.

Warum der pokal jetzt doch noch nach rabat wandert

Der Grund liegt in der 94. Minute von Casablanca. Schiedsrichter Mustapha Ghorbal hatte den Gastgebern einen umstrittenen Strafstoß zugesprochen, Brahim Díaz schoss weit drüber, daraufhin verließen die Senegalesischen Spieler demonstrativ den Rasen. Zwar kehrten sie nach zehn Minuten Zirkus zurück, Pape Gueye schoss in der Nachspielzeit sogar das 1:0 – doch genau dieser Zwischenspurt wird ihnen nun zum Verhängnis.

Das Appellationskomitee beruft sich auf Artikel 84 des Wettbewerbsreglements: Abbruch oder vorzeitiger Spielverzicht führen zur 0:3-Wertung. Die erste Instanz hatte das noch abgelehnt, weil Senegal-Coach Aliou Cissé seine Mannschaft schließlich doch zurückbeordert hatte. Die zweite Instanz stuft den Zwischenspurt jedoch als „nicht relevant“ ein, weil die Spielunterbrechung länger als fünf Minuten gedauert habe und sich die Senegalesen „durch eigenes Verschulden außerhalb der Kontrolle des Schiedsrichters befanden“.

Was das urteil für spieler, verbände und fans bedeutet

Was das urteil für spieler, verbände und fans bedeutet

Für Marokko bedeutet es den zweiten Titel nach 1976, nur eben auf dem Papier. Kapitän Romain Saïss wird nachträglich zum Sieghelden, Trainer Walid Regragui erhält einen Eintrag in den Geschichtsbüchern, den er selbst nicht mehr feiern kann. Die 45.000 von der Nordtribüne? Sie feierten schon damals, nun dürfen sie ein zweites Mal.

Der Senegal verliert dagegen die erste Afrika-Cup-Krone seit 2022. Die Spieler müssen Medaillen und Prämien zurückgeben, der Verband kassiert ein 500.000-Dollar-Bußgeld und droht mit Sperren für die nächste Qualifikation. Aliou Cissé, der das Team seit 2015 betreut, steht vor dem Aus – ein unrühmlicher Abgang nach 11 Jahren.

Die Caf selbst fährt einen Reputations-Schaden ein, der sich kaum reparieren lässt. Wenn ein Finale zwei Monate später neu geschrieben wird, verliert das Turnier seine Glaubwürdigkeit – Sponsoren ziehen sich zurück, TV-Rechte verlieren an Wert, Fans verlieren das Vertrauen. Die nächste Auflage 2027 findet ohnehin erst im Juli statt, weil man den Kalender neu justiert – ein Neuanfang, der wie ein Eingeständnis wirkt.

Und Brahim Díaz? Der Real-Madrid-Leihspieler muss nichts zurückgeben, außer vielleicht ein paar Nächte Schlaf. Sein verschossener Elfmeter wird zur Nebensache, weil das Spiel ohnehin annulliert wurde. Ironie des Schicksals: Der Mann, der verlor, gewinnt am Ende – zumindest statistisch.

Fazit: Die Caf hat sich selbst ein Bein gestellt. Wer Titel nachträglich umbiegt, biegt auch die eigene Autorität um. Der Afrika-Cup 2025 bleibt ein Turnier ohne echten Sieger – nur mit einem juristischen, der niemandem wirklich gehört.