Cade cunningham: lungenkollaps trifft pistons vor playoffs
Die Detroit Pistons wackeln. Ihr Anführer Cade Cunningham, 24 Jahre jung, 24,5 Punkte und 9,9 Assists pro Nacht, liegt mit einem kollabierten Lungenflügel im Krankenhaus – 23 Tage vor dem ersten Playoff-Spiel. Die Nachricht schlug gestern Abend wie eine Bombe ein, ESPN bestätigte sie um 22:07 Uhr Eastern Time. Plötzlich steht die beste Saison der Pistons seit 2004 auf wackeligen Beinen.
Was genau ist ein lungenkollaps und wie lange dauert die rückkehr?
Mediziner sprechen von einem Spontanpneumothorax, wenn Luft zwischen Lunge und Brustkorb dringt und den Atemfalten Raum nimmt. Für Basketballspieler bedeutet das: keine Flüge, kein Gewichtheben, kein Sprint – erst recht kein Kontaktsport. Die Timeline? Vage. „Mehrere Wochen“, murmelte Coach Monty Williams gestern durch seine Maske. Optimisten rechnen mit vier, Realisten mit sechs. Die Playoffs beginnen am 18. April. Ein Wunder wäre nötig.
Die Pistons haben 49 Siege, 19 Niederlagen – Platz eins im Osten, drei Spiele Vorsprung auf Boston. Doch ohne Cunningham wirkt die Offense wie ein V8-Motor auf drei Zylindern. Sein Pick-and-Roll mit Jalen Duren generiert 1,28 Punkte pro Besitz, nur Denver und Boston sind effizienter. Wer übernimmt jetzt? Killian Hayes? Ausweitung des Rozier-Ballstils? Oder fällt die Taktik komplett auseinander?
Die MVP-Debatte ist ebenfalls Geschichte. 61 Einsätze stehen auf dem Konto, 65 sind nötig. Fehlt er in den letzten sieben Spielen, ist die Saison statistisch geplatzt – und mit ihr die Chance, die Trophäe nach Detroit zu holen. Die Liga wird keine Ausnahme machen, das ist seit dem neuen Collective Bargaining Agreement besiegelt.

Die stimmung in der little caesars arena kippt von euphorie zu sorge
Ticketpreise auf dem Sekundärmarkt fielen über Nacht um 18 Prozent. Fans tauschen ihre Playoff-Packages um, Restaurants rund um die Arena stocken Biervorräte zurück. Die Stadt, die seit 2004 auf einen Titel wartet, atmet wieder durch den Mund. Die Erinnerung an Grant Hills Sprunggelenk und Isaiah Stewarts Ausraster ist noch zu frisch.
Doch Williams betont: „Wir haben Tiefe.“ Beweise lieferte das Team erst am Wochenende, als es ohne Cunningham in Milwaukee mit 118:111 gewann. Ausgerechnet der ehemalie Zweitrundenpick Marcus Sasser schoss 28 Punkte. Vielleicht reicht das für die erste Runde, vielleicht auch nicht. Gegen Boston oder New York sieht die Karten ohne Cunningham düster aus.
Die Uhr tickt. Am Sonntag kommt Chicago, danach fahren die Pistons zu den Knicks. Jede Niederlage könnte Heimvorteil kosten. Cunningham liegt im Beaumont Hospital Royal Oak, schläft sitzend, um den Brustkorb zu entlasten. Er hat die Playoff-Bänder schon einmal durchtrennt – 2023 fiel er mit einem Schienbeinbruch aus. Die Liga hofft, dass sein Körper ein zweites Comeback zulässt. Detroit hält den Atem an. Die Meisterschaftstraum stirbt nicht mit einem Knall, sondern mit einem leisen Luftsprung.
