Byd: gewinnrutsch in china – kann der export das ruder herumreißen?
Shenzhen – Der chinesische Elektroautohersteller Byd erlebt eine turbulente Zeit. Nach dem fulminanten Überholen von Tesla im globalen E-Auto-Markt, sieht sich das Unternehmen nun mit einem deutlichen Einbruch der Gewinne konfrontiert. Der Grund: Die Konkurrenz im eigenen Land ist erbitterter denn je und nagt an der Profitabilität.

Erste quartalsergebnisse: ein deutlicher rückgang
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im ersten Quartal 2026 verzeichnete Byd einen um 55,4 Prozent geringeren Nettogewinn von 510 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz sank um 11,8 Prozent auf 150,2 Milliarden Yuan (etwa 18,79 Milliarden Euro). Ein Zeichen dafür, dass der Kampf um Marktanteile in China zu einem Preiskrieg geführt hat, der die Margen belastet.
Dabei ist die internationale Expansion von Byd beeindruckend. Das Unternehmen hat sich als globaler Player etabliert und konnte im vergangenen Jahr 2,26 Millionen Einheiten verkaufen – gegenüber 1,64 Millionen von Tesla. Doch genau in China, dem größten Automarkt der Welt, ringt Byd mit einer Vielzahl von Wettbewerbern. Geely und Leapmotor sind nur zwei Namen, die den Druck auf Byd erhöhen. Die chinesischen Hersteller setzen auf innovative Technologien, aggressive Preisstrategien und ein breites Modellangebot, um die Konsumenten zu gewinnen.
Die Situation wird dadurch verschärft, dass die chinesische Regierung die Subventionen für Elektroautos und Plug-in-Hybride reduziert. Dies zwingt die Hersteller, ihre Preise anzupassen und noch stärker auf Effizienz und Innovation zu setzen. Analysten wie Eugene Hsiao von Macquarie Capital betonen, dass Byd dringend eine Erholung der Verkaufszahlen im Inland benötigt, um die Gewinne wieder in den positiven Bereich zu lenken. “Byd muss im zweiten Quartal eine Stabilisierung und im dritten Quartal eine deutliche Erholung der Marktanteile im Inland sehen”, so Hsiao gegenüber Reuters.
Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich Byd optimistisch, seine Exportziele für 2026 zu erreichen. Mit einer geplanten Absatzmenge von 1,5 Millionen Fahrzeugen, oder sogar mehr, würde das Unternehmen ein Wachstum von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Allerdings hängt der Erfolg von der Fähigkeit ab, die interne Konkurrenz zu meistern und die Rentabilität im chinesischen Markt wiederherzustellen.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein für Byd. Kann das Unternehmen seine Stärken im internationalen Geschäft nutzen, um die Schwächen im Inland auszugleichen? Oder wird der Preiskrieg in China die Profitabilität nachhaltig belasten? Die Antwort wird sich zeigen, ob Byd seine Position als einer der führenden Elektroautohersteller der Welt behaupten kann.
