Bvb-frauen träumen vom double: pokal-triumph ist erst der anfang
Der Pokal schwebte über dem Boden, Sarah Wachter schwebte über dem Parkett, und in der Kabine schwebte der BVB bereits auf dem nächsten Titel. Nach 29 Jahren ohne Handballpokal traf der BVB in Stuttgart die HSG Bensheim/Auerbach mit 30:25, traf Alina Grijseels danach den Tanzflur und trifft nun auf die Meisterschaft.
Hans-Joachim Watzke musste nicht schweben, er schwärmte. „Fast ein historischer Moment“, sagte der Präsident und klang dabei, als hätte er selbst die 60 Minuten im Tor gestanden. Die Zahlen sprechen ohnehin für sich: 1997 war der letzte Pokalsieg, 2021 der letzte Meistertitel. Nun liegen drei Spiele vor dem BVB, dann starten die Play-offs – und der Seriensieger Ludwigsburg existiert nur noch in den Insolvenzakten.
Die abwehr war der angriff
Henk Groener, sonst eher nüchtern, schwärmte ebenfalls. „Respekt vor Bensheim, klar, aber unsere Abwehr war ein Betonklotz“, sagte der Niederländer. Den Grundstein legte Sarah Wachter, 27 Paraden, zwei Siebenmeter-Abwehr, eine Gala, die ihren Namen als Final-MVP unterstrich. „Mein erster richtiger Titel“, sagte sie, während sie sich die Schminnere vom Kinn wischte, „und sicher nicht der letzte.“
Lisa Antl, Grijseels und Wachter – drei Vizeweltmeisterinnen im eigenen Kader. Das ist keine Truppe, das ist ein Statement. Grijseels sprach von „Wahnsinnsstolz“, klang aber, als würde sie schon das nächste Spiel analysieren. Die Liga liegt vor ihnen wie ein offenes Tor.

Der countdown läuft
Die Fans feierten auf dem Cannstatter Wasen, die Mannschaft im Bus Richtung Westen, und Watzke ließ durchblicken, dass die Party erst richtig losgeht, sollte das Double stehen. Die Konkurrenz schaut bereits nervös. Thüringer HC, Bietigheim, Metzingen – alle wissen, dass der BVB nicht nur Pokalsieger ist, sondern auch Tabellenführer. Die Play-offs beginnen am 24. April. Der BVB hat Heimrecht. Und den Schwung vom Pokal im Gepäck.
Die Saison ist noch nicht zu Ende, aber der Knoten ist geplatzt. 29 Jahre Wartezeit auf den Pokal, vier Jahre auf die Meisterschaft. Der BVB hat die Wartezeit beendet – und könnte die nächste Beute schon in Reichweite haben. Wer jetzt noch glaubt, der Druck würse größer, kennt diese Mannschaft nicht. Der Pokal ist Geschichte. Die Zukunft heißt Double. Und Sarah Wachter hat ihren Handschuh bereits wieder angezogen.
