Bvb-fehltransfer immobile: mislintat enthüllt fast-perfekten mane-deal
Dortmunds Suche nach einem Lewandowski-Nachfolger im Jahr 2014 führte zu einem der größten Fehltritte in der jüngeren Vereinsgeschichte: Ciro Immobile. Der Italiener, einst als Torschützenkönig der Serie A gehandelt, hinterließ beim BVB eine enttäuschende Bilanz. Nun hat Ex-Scout Sven Mislintat die Gründe für das Scheitern offenbart und ein nahezu vollendetes Transfer-Drama um Sadio Mané enthüllt.
Die verfehlte strategie: sicherheit statt talent
Mislintat, mittlerweile Sportvorstand bei Fortuna Düsseldorf, erklärte im Gespräch mit transfermarkt.de, dass der BVB nach dem Abgang von Robert Lewandowski eine ungewöhnliche Strategie verfolgt habe. Statt auf ein junges Talent zu setzen, entschied man sich für die vermeintliche „Nummer sicher“ – den etablierten Torschützen Immobile. „Als wir 2014 Lewandowski abgaben, sind wir bei der Suche nach dessen Ersatz das erste Mal einer anderen Verpflichtungsphilosophie gefolgt und haben mit Ciro Immobile den Torschützenkönig der Serie A gekauft“, so Mislintat.
Doch die Rechnung ging nicht auf. Immobile, der in Italien zuvor sensationell performte, fand sich in Dortmund nicht zurecht. Nach nur einer Saison und lediglich drei Ligatreffern verließ er den Verein bereits wieder. „In Italien funktionierte er davor und danach sensationell – bei uns hat er gar nicht funktioniert. Das ist eigentlich unmöglich, wenn man ihn Tore schießen sieht“, wundert sich Mislintat heute noch. Eine bittere Erkenntnis, die er mit den Worten „Man kann sich keine Sicherheit kaufen“ zusammenfasste.

Der mane-deal, der so nah war
Aber das Immobile-Desaster hätte noch schlimmer kommen können. Denn parallel zu den Verhandlungen um den italienischen Stürmer stand Dortmund kurz davor, einen ganz anderen Weltstar zu verpflichten: Sadio Mané. Der damals 22-jährige Senegalese wechselte im Sommer 2014 von RB Salzburg zu Southampton in die Premier League, bevor er über Liverpool zu einem globalen Superstar aufstieg.
Mislintat gesteht nun ein, dass die Entscheidung damals zugunsten von Immobile getroffen wurde, obwohl es die falsche Wahl war. „Gemäß der bewährten Strategie hätten wir Sadio holen müssen“, erklärt er. Die Verpflichtung von Immobile, der zu diesem Zeitpunkt bekannter war, erwies sich als taktischer Fehler, der den BVB teuer zu stehen kam.

Ein italienischer mythos, ein dortmunder missverständnis
Während Immobile nach seiner kurzen Zeit in Dortmund zu einer Vereinslegende bei Lazio Rom avancierte, wo er in 160 Spielen über 201 Tore erzielte und in die italienische Fußballgeschichte einging, blieb sein Dortmunder Intermezzo ein unerklärliches Kapitel. Seine Erfolge in Italien (und später in der Türkei und Bologna) unterstreichen die Ironie seines Scheiterns im Signal Iduna Park. Er belegt aktuell den achten Platz der erfolgreichsten Torjäger der Serie-A-Geschichte und spielt nun beim Paris FC in Frankreich.
Die Geschichte von Immobile und Mané ist mehr als nur eine Anekdote über verpasste Chancen. Sie ist ein Lehrstück darüber, dass auch erfahrene Scouts wie Sven Mislintat Fehler machen können und dass die Fußballwelt oft unvorhersehbar ist. Die Verpflichtung eines etablierten Spielers garantiert eben keine Erfolge – und manchmal ist es das unbekannte Talent, das den Unterschied ausmacht. Der BVB lernte diese Lektion auf schmerzhafte Weise. Eine Lektion, die bis heute nachwirkt.
