Bundesliga-coach rast in liverpool-trikot über den platz – und trifft

00:31 Uhr, Anfield Road, 73. Minute der Premier-League-Partie gegen Aston Villa. Jürgen Klopp wirbelt am Spielfeldrand, doch die Blicke kleben plötzlich an einem Mann im roten Trainingstop: Bo Henriksen, 43 Jahre, eigentlich Chef von Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Magdeburg, sprintet mit Ball und Handy in der Hand über den Rasen – und hämmert die Kugel ins lange Eck. Die Klopp-Garde jubelt, die Fans rasten, Henriksen grinst wie ein Schuljunge, der sich in die erste Mannschaft geschlichen hat.

Warum ein magdeburger coach mitten in liverpool kickt

Warum ein magdeburger coach mitten in liverpool kickt

Der dänische Coach ist kein Störenfried, sondern Teil einer Marketing-Aktion von Red Bull und Liverpool FC. „Wir wollten zeigen, wie schnell Fußball-Träume wahr werden können“, sagt Henriksen nach dem 15-Minuten-Gastspiel. Tatsächlich steht er seit Montag in England, um Red Bulls neues „Energy-Performance-Camp“ vorzustellen – ein Programm, das Coaches aus kleineren Ligen mit Top-Klubs vernetzt. Liverpool stellt dafür Plätze, Analysten und sogar Klopp zur Verfügung. Gegen Vorlage seines Magdeburger Ausweises durfte Henriksen nach dem offiziellen Training noch eine Runde mit den Reservisten drehen.

Die Szene ist inzwischen viral: 3,2 Millionen Abrufe in vier Stunden, TikTok-Edits mit Klopp als hype-Man, Twitter-Threads über „den verrücktesten Nebenjob der Bundesliga“. Magdeburgs Manager Otmar Schork reagiert gelassen: „Bo hat freitags ohnehin Individualtraining geplant – nur eben in Liverpool statt auf dem Adolf-Jäger-Platz.“ Die 3. Liga kann warten; Henriksen fliegt erst einmal mit der Liverpool-Charta zurück, sammelt Daten und Eindrücke. „Ich bringe jeden Pass von Trent Alexander-Arnold auf Festplatte mit“, lacht er.

Für den 1. FC Magdeburg ist der PR-Coup ein Bingo: Sponsoren buhlen plötzlich um Plätze auf dem Trainingsgelände, der Klub-Shop verkauft limitierte „Bo’s Anfield Edition“-Kappen. Die Message: Auch kleine deutsche Vereine können global mitmischen, wenn sie kreativ sind. Henriksen selbst will am Montag wieder auf dem Trainingsplatz an der Elbe stehen – mit neuen Drills, neuen Daten und einem neuen Status: Der Coach, der in Liverpool traf.