Broschinski sitzt fest: zwei millionen teurer stürmer verrostet auf der bank

Ein Monat ohne Sekunde Spielzeit, ein Tor in 14 Partien – Moritz Broschinski ist beim FC Basel zum teuersten Zuschauer der Super League geworden. Seit dem 4:2 gegen Luzern Anfang März kam der Angreifer nicht mehr zum Einsatz, gegen Servette war er sogar aus dem Kader geflogen. Für einen Transfer, der die Bebbi fast zwei Millionen Franken kostete, ist das ein Debakel.

„Chancen bekommen, chancen nutzen“ – lichtsteiners harte botschaft

Trainer Stephan Lichtsteiner redet keinen Blödsinn. „Moritz hat seine Chancen bekommen. Aber man muss die auch nutzen“, sagt er und bestätigt damit, was die Statistik schon längst verrät: Broschinski wirkte in seinen zwölf Ligaeinsätzen wie ein Fremdkörper, zu selten nachhaltig, zu oft unsichtbar. Die Folge: Null Minuten seit dem 30. März, kein Sturmplatz mehr, sondern Platz 18 im Kader.

Die Zahlen sind gnadenlos. Ein Treffer, dazu nur 1,3 erfolgreiche Aktionen pro 90 Minuten – das reicht nicht für den Anspruch eines Titelfavoriten. Basel holte ihn als Tempo-Dribbler, doch seine einstige Waffe ist stumpf geworden. Die Gegner stellen sich auf seine Hakenbewegung ein, er selbst verliert den Ball in 43 % der Dribblings. Lichtsteiner bleibt hart: „Das heisst nicht, dass er sich nicht wieder reinkämpfen kann.“ Klingt nach Hoffnung, ist aber ein Arbeitsauftrag.

Winterthur droht – schlusslicht als letzte chance

Winterthur droht – schlusslicht als letzte chance

Am Sonntag gastiert Basel beim Tabellenletzten FC Winterthur. Die Eulachstädter gewannen zuletzt gegen Luzern und wittern die große Sensation. Für Broschinski könnte das der finale Wendepunkt sein – oder der Beweis, dass seine Zeit schon abgelaufen ist. Lichtsteiner warnt: „Winterthur auswärts ist immer ein unangenehmer Gegner.“ Er weiß, dass seine Mannschaft trotz 14 Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze nichts verschenken darf.

Die Frage ist nicht, ob Broschinski noch eine Chance bekommt, sondern wann. Mit Zeki Amdouni und Dan Ndoye haben zwei Konkurrenten zuletzt getroffen, der eingewechselte Bradley Fink zeigte gegen Servette effektive Bewegungen. Der englische Youngster ist 19, günstig, hungrig – alles Attribute, die Broschinski gerade fehlen. Bleibt nur die Tribüne, auf der er jedes Mal zwei Millionen Franken an Wert verliert.

Basel braucht Punkte, Broschinski braucht ein Wunder. Sonntag in Winterthur tickt die Uhr erneut – mit oder ohne ihn.