Brignone krönt ihr comeback mit der vierten „athletin des jahres“-krone

Mailand schickt die Alpine-Welt nicht einfach in den Sommer – es schickt eine Botschaft. Federica Brignone betritt das Armani-Theater, und schon steht fest: Die Saison 2024/25 gehört ihr, egal was die Zukunft auch bringt. Mit zwei Goldmedaillen aus Cortina und dem Titel „Sportlerin des Jahres“ im Gepäck schreibt die 35-Jährige Geschichte – zum vierten Mal nach 2020, 2022 und 2025.

Die verletzung liegt nur wenige monate zurück

Knorpelriss, Kreuzband, Meniskus – ein Trio, das Karrieren beendet. Brignone aber nutzte die Zwangspause, um sich neu zu erfinden. „Ich bin zurückgekommen, weil ich noch eine Rechnung offen hatte“, sagte sie in Mailand, sichtlich bewegt. Die Rechnung war Olympia, und Cortina lieferte die Antwort: Slalom-Gold, Riesenslalom-Gold, Italien jubelt. Der Verband honoriert das mit der prestigeträchtigsten Trophäe – und mit einem neuen Vertrag: Emporio Armani bleibt vier weitere Jahre an Bord, EA7 auf den Anzügen, italienische Eleganz auf der Piste.

Doch zwischen Applaus und Blitzlicht herrscht Vorsicht. Brignone spricht nicht vom nächsten Saisonziel, sondern von „vollständiger Genesung“. Ihr Knie ist noch kein Normalfall, und sie weiß es. „Ich fahre nicht gegen die Zeit, ich fahre mit ihr“, sagt sie. Ein Satz, der bei Athleten für Raunen sorgt – und bei Konkurrenten für Alarm.

Wierer und pellegrino nehmen abschied

Wierer und pellegrino nehmen abschied

Der Abend hat noch zwei weitere Namen auf der Agenda. Dorothea Wierer, die mit ihrem Biathlon-Gewehr jahrelang Podestplätze erzwingen konnte, und Federico Pellegrino, Langlauf-Olympiasieger von 2018, treten zurück. Beide bekommen Standing Ovations, beide hinterlassen ein Vakuum. Wierer war Italiens Gesicht im Winter, Pellegrino dessen Antrieb auf den letzten Metern. Ihre Karrieren enden nicht mit einem Knall, sondern mit einem verhaltenen Lächeln – und mit der Gewissheit, dass niemand sie so schnell ersetzen wird.

Der italienische Wintersportverband nutzt den Media-Day, um Bilanz zu ziehen. 13 Medaillen bei Olympia, Millionen-Zuschauer, neue Sponsoren – das sind Zahlen, die sich sehen lassen. Aber die wahre Zahl steht am Ende des Abends auf der Bühne: vier. Vier Mal „Athletin des Jahres“, vier Mal Brignone. Die anderen packen bereits die Ski ein, sie packt noch die Krone aus. Und dann? Dann schaut sie auf ihr Knie – und entscheidet, ob die Geschichte eine fünfte Ausgabe bekommt.