Brighton baut europas erstes reines frauen-stadion – 10.000 plätze, 2030 fertig

Brighton & Hove Albion schlägt ein neues Kapitel im europäischen Frauenfußball auf. Der Premier-League-Klub will als erster europäischer Verein ein Stadion ausschließlich für seine Frauenmannschaft errichten – mit mindestens 10.000 Plätzen, direkt neben dem Männer-Tempel Amex Stadium. Eröffnung: Saison 2030/31.

Die Pläne liegen längst nicht mehr in der Schublade. Auf Bennett’s Field, einem freien Feld neben dem Männer-Stadion, entsteht längst nicht nur ein Spielfeld mit Dach, sondern eine komplett eigene Fußballwelt. Eine Fußgängerbrücke verbindet beide Arenen, doch das neue Stadion soll eigenständig leben – mit breiteren Gängen, Community-Räumen, Musik- und Eventflächen. Kurz: mit einer Kultur, die sich am Frauenfußball orientiert, nicht an der Männerlogik.

Fran kirby: „das wird die art, wie wir trainieren, revolutionieren“

Fran Kirby, Stürmerin und Gesicht der neuen Ära, spricht nicht in Worthülsen. „Ein Stadion, das nur für uns gebaut wird – das verändert die Vorbereitung, die Wahrnehmung, das Selbstverständnis“, sagt sie. Die Worte klingen nicht nach PR, sondern nach einer Spielerin, die weiß: Infrastruktur schafft Identität. Und Identität schafft Leistung.

Brighton ist kein US-Club, der sich an amerikanische Vorbilder anlehnt. Kansas City Current und das geplante Denver Summit-Stadion sind Pioniere, doch in Europa war bisher nur von geteilten Stadien oder umbauten Trainingszentren die Rede. Brighton macht den Schritt, für den sich andere noch Jahre lang beraten werden.

Pläne liegen längst auf dem tisch – baugenehmigung noch offen

Pläne liegen längst auf dem tisch – baugenehmigung noch offen

Die Visualisierungen auf der Club-Homepage zeigen keine Luftschlösser. Das Stadion wirkt kompakt, lautlos modern, mit offenen Tribünen und einem Sockel, der sich ins Gelände schmiegt. Zoe Johnson, Geschäftsführerin der Frauenabteilung, spricht von „einem Ort, der weltweit die Fantasie anstachelt“. Noch fehlt die finale Baugenehmigung, doch intern ist man zuversichtlich: Die Politik im Südosten Englands signalisiert grünes Licht.

Bisher spielte Brighton seine Heimspiele im Broadfield Stadium von Crawley Town, 32 Kilometer entfernt. Ein Auswärtsspiel im eigenen Wohnzimmer. Die Tabelle der Women’s Super League zeigt Platz sechs – keine Meisterquote, aber ein solides Mittelfeld. Mit der eigenen Arena könnte sich das verschieben. Nicht weil das Stadion Tore schießt, sondern weil es Anziehungskraft entfaltet. Sponsoren, Fans, Talente – alle schauen auf Brighton.

Fabian Hürzeler, Trainer der Männer, hat mit dem Projekt nichts zu tun. Und genau das ist der Punkt. Brighton trennt nicht nur die Teams, sondern auch die Infrastruktur – und zwar nicht zum Nachteil der Frauen. Europa schaut auf den Kanal. Wer als nächstes nachzieht, wird sich an Brighton messen müssen. Die Uhr tickt. 2030 ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein Datum, das in jedem Kalender der Branche steht.