Bremerhaven schlägt nürnberg kalt und nimmt viertelfinal-ticket ins visier

4:0, keine Gnade. Die Fischtown Pinguins haben den Ice Tigers in der Eisarena von Anpfiff an die Luft abgedreht und sich mit dem ersten Play-off-Sieg den Matchball für die Viertelfinal-Qualifikation gesichert. Ohne ihren Top-Torjäger, dafür mit einem Kollektiv, das jeden Check, jeden Pass, jeden Schuss mit Präzision versiegelte.

Nico krämmer trifft, miha verlic fehlt – und keiner merkt’s

Die Sorge war groß, als klar wurde, dass Miha Verlic wegen einer Adduktorenverhärtung nicht einmal die Kabine betritt. Doch genau da setzte Trainer Alexander Sulzer den Hebel an: „Wir rotieren nicht, wir ersetzen“, sagt er nach dem Spiel und meint damit, dass jeder einzelne Akteur die Lücke füllt statt sie zu verwalten. Ross Mauermann nutzte die Gelegenheit nach 15 Minuten zur 1:0-Führung, Krämmer erhöhte mit einem Handgelenksschuss aus dem Slot auf 2:0, und als C.J. Smith in letzter Sekunde den Puck noch ins leere Tor schob, war die Messe gelesen.

Die Zahlen sprechen für sich: 37 Schüsse auf das Nürnberger Gehäuse, nur 19 dagegen, 62 % Face-off-Quote, kein einziger Powerplay-Gegentreffer. Was auf dem Papier wie ein Routinejob wirkt, war vor Ort ein Klassiker unter kochendem Play-off-Druck.

Frauenhofer parkplatz wird am freitag zur falle

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Nun geht die Serie nach Nürnberg, wo die Ice Tigers im Frankenstadion Heimrecht haben – und wo die Anleihe der Pinguins fällig wird. Gewinnen sie, fliegen sie direkt nach Mannheim, wo ab 25. März die Adler warten. Verlieren sie, kehren sie am Sonntag in die Eisarena zurück, wo bereits 5.200 Tickets weg sind, ehe der Puck zum Face-off liegt. Die Stimmung wird kochen, das weiß auch Stefan Ustorf, Sportdirektor der Tigers: „Bremerhaven war eiskalt, aber wir haben noch zwei Einsätze, um die Saison zu verlängern.“

Für die Pinguins ist die Rechnung simpel: Ein Sieg reicht. Die Mannschaft hat den Charakter bewiesen, die Tore kommen aus allen Linien, das Tor hütet Maximilian Franzke mit der Gelassenheit eines Bibliothekars in einem Sturm. Die Frage ist nicht mehr, ob sie können, sondern ob sie am Freitabend in der pulsierenden Nürnberger Halle dieselbe Ruhe bewahren.

Die DEL-Saison der Pinguins ist längst zur Geschichtsstunde mutiert. Jetzt geht es darum, ein Kapitel früher zu beenden – und das nächste aufzuschlagen, bevor die Adler längst die Anker lichten.