Bremen schmeißt den favoritenmantel weg: „unser programm ist zu brutal für platz eins“

Werder Bremen spielt sich in Blau-Weiß, aber die Kapitulation kam schwarz auf weiß: „Um ernsthaft von Platz eins zu sprechen, ist unser Restprogramm zu schwer“, sagt Trainer Cristian Tamas – und schickt damit die ganze Meisterdebatte in die Kühlbox. Zweiter mit nur zwei Punkten Rückstand? Vergiss es. Die Grün-Weißen ziehen sich lieber die Außenseiterrolle über, bevor sie sich beim Endspurt der Hauptrunde die Hacken ablaufen.

Freitagabend gegen düsseldorf: heimvorteil, aber kein selbstläufer

Am Freitag um 19 Uhr rollt der Ball im Weser-Park, Rekordmeister Borussia Düsseldorf gastiert. Ein Sieg würde Bremen zumindest die Tabellenführung für 24 Stunden bescherten. Doch wer jetzt „Mentale Vorteile“ oder „Endspiel-Atmosphäre“ erwartet, landet bei Teammanager Sascha Greber hart auf dem Tisch: „Die letzten vier Aufgaben sind unheimlich schwer.“ Es klingt wie eine Kampfansage – nur an die eigene Nervosität.

Die Reihe der Gegner liest sich wie eine Bonusstufe im Computerspiel: Dienstag bei Borussia Dortmund, nach der Osterpause beim Champions-League-Sieger 1. FC Saarbrücken-TT mit Superstar Fan Zhendong, dann Heimspiel gegen Post SV Mühlhausen. „Wir werden versuchen, diese Spiele zu gewinnen und dann sehen, wo wir stehen“, sagt Tamas. Das klingt nach Minimalismus, ist aber Realismus. In der Hinrunde gewannen die Bremer in Düsseldorf 3:0 und gegen Saarbrücken 3:2 – doch das war ein anderes Kalenderblatt.

Final-four-bonus: platz eins darf gegner aussuchen

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Der neue Modus macht Rang eins erstmals zur Goldgrube. Der Hauptrundenbester darf am 30. Mai seinen Halbfinallosen selbst ziehen – ein Luxus, der taktische Träume schürt. Doch selbst dieser Köder reicht nicht, um Bremen in den Modus „Jetzt erst recht“ zu versetzen. Stattdessen herrscht Betriebsblindheit: Erst mal Dortmund. Dann Düsseldorf. Dann Saarbrücken. Punkt.

Die Fans hungern nach dem ersten Titel seit 1984, die Statistik nach der ersten Herbstmeisterschaft der Klubgeschichte. Die Mannschaft aber schält lieber Mandarinen, statt Mandate auszugeben. Das kann clever sein – oder nachhinten losgehen, wenn Saarbrücken und Düsseldorf sich gegenseitig die Punkte wegnehmen und Bremen am Ende mit leeren Händen dasteht.

Fakt ist: Werder muss alle vier Spiele gewinnen, um die Kalkulation „Platz eins“ überhaupt aufzumachen. Alles andere wäre Selbsttäuschung. Und Selbsttäuschung ist in der TTBL ein Luxus, den man sich nicht leisten kann – schon gar nicht, wenn Fan Zhendong am Osterwochenende mit dem Schläger knallt statt mit dem Klöckchen.