Breitner stellt sich vor rebbe: kiel rudert nicht mehr allein
Die Störche taumeln auf dem Relegationsplatz, doch Andreas Breitner schickt keinen Köder ins Wasser. „Wir suchen keine Sündenböcke“, sagt der neue Aufsichtsratschef und klatscht Olaf Rebbe öffentlich auf die Schulter – ein Akt der Seltenheit in einer Liga, in der Sport-Geschäftsführer sonst bei ersten Krisenzeichen zum Abschuss freigegeben werden.
Warum breitner jetzt rebbe deckt
Der ehemalige Innenminister übernahm den Vorsitz erst am 1. Juli, mitten im Abstiegsstrudel. Drei Punkte fehlen auf den sicheren Platz, acht Spiele sind noch Zeit. Genug, um zu retten – oder endgültig zu versenken. Breitner zieht den Hebel nicht. Stattdessen betont er interne Einigkeit: „Mir ist niemand bekannt, der Olaf Rebbe infrage gestellt hat.“ Eine Ansage an jene Fans, die seit dem 1-Punkte-Schnitt unter Tim Walter den Kopf des Managers fordern.
Der Managerwechsel Ende Februar war Rebbes Zug. Marcel Rapp, der Aufstiegsgarant, musste gehen, der ehemalige Kiel-Coach Walter kam zurück. Drei Spiele, ein Punkt – die Bilanz ist dünn, die Spiele aber laut Breitner „ordentlich“. Er glaubt an den Impuls, an die spielerische Idee, an den Effekt, der irgendwann in Tore umschlägt. „Mit einem Hauch mehr Spielglück werden wir wieder gewinnen“, sagt er und klingt dabei wie ein Pokerspieler, der noch einen Joker im Ärmel hat.

Der countdown läuft: bochum ist erst der anfang
Am Sonntag geht’s nach Bochum. Der VfL patzte ebenfalls aus der Bundesliga, steht aber auf Rang neun – neun Plätze vor Holstein. Ein Sieg würde die Lücke auf sechs Zähler verkürzen, eine Niederlage sie endgültig zur Kluft werden lassen. Breitner redet sich nicht frei: „Jetzt müssen alle liefern.“ Kein Appell an die Glücksgöttin, sondern an Kabine, Büro und Tribüne gleichermaßen.
Der Doppelabstieg wäre nicht nur sportlich, sondern auch finanziell ein Desaster. Die Lizenz droht zu wackeln, Sponsoren könnten springen. Rebbe sitzt daher nicht nur auf heißem, sondern auf glühendem Stuhl. Breitners öffentlicher Rückhalt entlässt ihn nicht aus der Pflicht – er zementiert ihn lediglich. Der Aufsichtsratschef macht klar: Wer jetzt nicht mitzieht, fliegt später mit. Die Stunde der Durchsetzung hat begonnen.
