Ksc dreht die partie, doch egloffs tränen überschatten den sieg
Der Karlsruher SC besiegt Greuther Fürth mit 3:1, doch die Freude hält sich in Grenzen. Lilian Egloff, gerade erst zurück aus monatelanger Verletzungspause, muss nach 27 Minuten erneut verletzt raus. Die Kabine ist still, die Fans verstummt. Drei Punkte, ein Sieg – und trotzdem fühlt sich das wie eine Niederlage an.
Eichner zieht den hut – vor der mannschaft und vor dem schicksal
„Das mussten die Jungs erstmal verdauen“, sagt Christian Eichner nach dem Spiel. Der KSC-Trainer spricht leise, fast flüsternd. Egloff, 23 Jahre alt, hatte gerade seinen ersten Startelfeinsatz seit Oktober gefeiert. Dann die Oberschenkelverletzung. Erst humpelt er, dann sinkt er auf dem Rasen. Tränen. Er muss getragen werden. „Es ist eine große Tragik“, sagt Eichner. „Er war in den ersten Wochen mit das Beste, was diese Liga zu bieten hat.“
Das Spiel? Nebensache. Aber nur fast. Denn was danach passiert, ist purer Kampf. Pinto Pedrosa, eingewechselt, trifft zwei Minuten nach Wiederanpfiff. Fukuda macht in der Nachspielzeit den Deckel drauf. Schleusener sogar noch später. 3:1. Drei Punkte. Ein Big Point, wie Eichner sagt. Doch niemand jubelt so richtig.

Die stunde danach: glaube statt selbstmitleid
In der Kabine herrscht Stille. Keiner feiert. Die Spieler sitzen, starren auf den Boden. Dann spricht Eichner. „In dieser Mannschaft wohnt seit Jahren ein unfassbarer Glaube.“ Er sagt es nicht laut. Er flüstert es fast. Und er hat recht. Denn wer diesen KSC kennt, weiß: Er wächst über sich hinaus, wenn es drauf ankommt. Nach der 0:3-Pleite in Kaiserslautern hätten viele Mannschaften aufgegeben. Nicht diese. „Das ist etwas, was hier nie ausziehen darf“, sagt Eichner. „Wir müssen gewisse Dinge wettmachen.“
Die Tabelle? Egloffs Verletzung? Beides bleibt offen. Aber die Botschaft ist klar: Der KSC steht nicht allein. Das Wildparkstadion toste in der Schlussphase. 25.000 Menschen. Ein Chor. Ein Glaube. Und vielleicht ist das der wahre Sieg an diesem Nachmittag: nicht die drei Punkte, sondern die Gemeinschaft. Die Antwort auf eine Tragödie mit dem einzigen Mittel, das der Fußball kennt: mit dem nächsten Schritt. Egloff wird fehlen. Aber der KSC geht weiter. Unbeirrbar. Wie immer.
