Brandt schießt gegen bundestrainer: „no-go für mich!
Straubing – Ein Schock für den deutschen Eishockey-Bund: Marcel Brandt, Leistungsträger der Straubing Tigers, hat seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt und übt scharfe Kritik an Bundestrainer Harold Kreis. Die Äußerungen des Verteidigers lassen eine frostige Atmosphäre im DEB aufkommen.

Brandts abrechnung: ignoranz und mangelnde wertschätzung
Die Entscheidung des 33-jährigen Brandt, seine Karriere im Nationaltrikot zu beenden, sei ihm „nicht leichtgefallen“, wie er auf der Saisonabschlussfeier der Tigers erklärte. Der Auslöser ist eine Aussage von Kreis, die Brandt als „No-Go“ empfindet. Der Bundestrainer soll ihm mitteilte, er habe ihn in den letzten drei Jahren nicht interessiert und ihn nicht beobachtet. Das ist ein Schlag ins Gesicht für einen Spieler, der immer für sein Team gekämpft hat.
Ein Top-Verteidiger, ignoriert? Brandt, der in der vergangenen Hauptrunde als bester deutscher Abwehrspieler in der DEL hervorgestochen ist, betonte, er sei stets offen für eine Nominierung gewesen. „Ich war immer bereit, für Deutschland zu spielen, habe auf den Anruf gewartet. Der kam nie“, so Brandt in einem Interview mit MagentaSport. Die Nicht-Berücksichtigung für die anstehende Eishockey-WM in der Schweiz, obwohl er seinen Urlaub dafür verschoben hätte, krönt das Unglaubliche.
Kreis versuchte, die Situation herunterzuspielen und sprach von „persönlichen Gründen“ für Brandts Absage. Doch Brandt konterte: „Es gab eine Aussprache, er hat sich entschuldigt, aber die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Wir sind im Guten auseinandergegangen.“ Die Entscheidung ist gefallen: Marcel Brandt wird Deutschland bei der WM nicht vertreten.
Seine Debü im Nationalteam feierte Brandt im April 2016. Er bestritt WM 2021 in Riga und die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Ein Kapitel ist geschlossen, ein weiterer Leistungsträger verlässt den DEB. Ob diese Entscheidung langfristige Folgen für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft haben wird, bleibt abzuwarten.
Die Kritik von Brandt wirft ein Schlaglicht auf die interne Dynamik im DEB und stellt die Frage nach der Wertschätzung von erfahrenen Spielern in den Vordergrund. Ein bitterer Abschied für einen Spieler, der sein Herz für Deutschland Blut und Eis verschwendet hat.
