Bosnien zwingt wales in die knie – italien wartet im wm-final
Sarajevo bebt. Ein einziger Schuss von Kerim Alajbegovic jagt nicht nur den Ball, sondern auch 3,2 Millionen bosnische Herzen ins Glück. Mit seinem verwandelten Elfmeter schickt der 21-Jährige Wales nach Hause und wirft seine Heimat in ein Finale gegen Italien – ein Ticket für die WM 2026 in Sichtweite.
Der 26. März 2026 wird in Zenica in die Geschichtsbücher eingehen. 25 000 Zuschauer in der Bilino-Polje-Stadion, 90 Minuten pure Anspannung, danach 120, danach ein Krimi vom Punkt. Edin Dzeko rettet Bosnien in der 86. Minute mit einem Kopfball, der wie ein Faustschlag wirkt. Daniel James’ Führungstreffer für die Drachen zuvor? Vergessen. Verlängerung. Elfmeterschießen.

Alajbegovic trifft – vasilj pariert
Der erste Schuss der Bosnier geht daneben. Ermedin Demirovic, Stuttgarts Stürmer, verzieht. Die Waliser atmen auf – bis Nikola Vasilj vom FC St. Pauli den Arm ausfährt und den Versuch von Neco Williams kratzt. Das Stadion explodiert. Alajbegovic, erst im Sommer aus der Leverkusener Jugend nach Salzburg gewechselt, nimmt Maß. Sein Lauf ist kurz, sein Schuss flach, das Netz zittert. 4:2. Endstation Cardiff.
Parallel endet in Prag ein weiteres Drama. Irland führt 2:0, Tschechien kommt zurück, Patrik Schick und Vladimir Coufal treiben ihre Mannschaft. Elfmeterschießen. Matej Kovar, einst Leverkusen, jetzt Prag, entschärft die letzten beiden Schüsse. Die Iren sinken auf die Knie, die Tschechen jubeln – Dänemark wartet im Halbfinale.
Die Tabellen spiegeln die Brutalität: Kein Platz für Sentiment. Bosnien trifft nun auf Italien, das Nordirland mit 2:0 abfertigte. In Sarajevo hängen heute Nacht Fahnen aus Autofenstern, auf den Straßen klingt Hupkonzert. Sergej Barbarez, einst Bundesliga-Torjäger, jetzt Bundestrainer, wischt sich den Schweiß aus der Stirn. „Wir leben“, sagt er knapp. Mehr muss er nicht sagen.
Die WM rückt näher. Und mit ihr die Frage: Schafft es Bosnien, das italienische Goliath zu stürzen? Die Antwort folgt am Dienstag. Bis dahin bleibt der Traum – und der Geruch von Benzin und Bier in den Straßen von Zenica.
