Boniface: kann der joker noch werder retten?

Bremen bangt um den Klassenerhalt, und plötzlich taucht Victor Boniface wieder auf. Der Stürmer, der im Sommer für Millionen nach Leverkusen wechselte, trainiert nun wieder mit Werder – allerdings in einer Form, die Fragen aufwirft. Ist er wirklich eine Verstärkung, oder nur ein teurer Wunschtraum?

Ein formansturm mit fragezeichen

Seine Rückkehr ist überraschend, sein Zustand fragwürdig. Victor Boniface, ausgeliehen von Bayer Leverkusen, ist seit dieser Woche wieder in Bremen. Das erste Training am Mittwoch offenbarte ein Problem: Boniface befindet sich offenbar noch nicht in Topform. Coach Daniel Thioune ließ keine Zweifel: „Er hat jetzt vielleicht das eine oder andere Kilo zu viel rumgeschleppt.“ Eine ehrliche Analyse, die Boniface selbst wohl kaum widerlegen kann.

Doch Thioune sieht auch Licht. „Wenn man im Kampf um den Klassenerhalt die Chance auf einen Victor Boniface hat“, so der Trainer, „dann ist es vielleicht ganz charmant, einen zusätzlichen Spieler von seinem Format dazunehmen zu können.“ Es ist ein Vertrauensvorschuss, der auf der Erinnerung an seine Leistungen im Sommer basiert – Leistungen, die jedoch durch verletzungsbedingte Ausfälle und mangelnde Fitness schnell in Vergessenheit geraten waren. Boniface bewies im Sommer zwar Potenzial, doch das sah nicht immer so aus.

Die Entscheidung, die Reha vorzeitig zu beenden und nach Bremen zurückzukehren, kam nicht nur von Boniface, sondern auch von den Verantwortlichen und der Mannschaft. Ein Zeichen des Vertrauens, das der Nigerianer nun in Leistung ummünzen muss. Es wäre für ihn ein Leichtes gewesen, zu sagen: 'Ich bin noch nicht so weit, ich brauche noch etwas', erklärte Thioune, lobte aber Bonifaces Bereitschaft, dem Team in der entscheidenden Phase zu helfen.

Der plan: integration ins team, nicht einzeltraining

Der plan: integration ins team, nicht einzeltraining

Anstatt individuelles Training sieht Thioune die Integration in das Mannschaftstraining vor. „Wir wissen, wie intensiv und wie aktiv so ein Spiel gegen RB sein kann. Da müssen wir uns nichts vormachen: Dann wäre Victor der falsche Spieler“, erklärte der Coach. Er hofft, dass Boniface in den kommenden Spielen gegen Köln und im Nordderby gegen den Hamburger SV seine Chance bekommt – und dann zeigt, was er kann.

„Dann spielen 300 Gramm oder 3 Kilo keine Rolle“, so Thioune, und betont, dass Einstellung und Abschlussqualität entscheidend sind. Es geht darum zu sehen, ob der Stürmer den nötigen Willen und die Qualität besitzt, um in entscheidenden Situationen zu treffen. Denn Boniface ist kein Versprechen für Spielzeit, sondern muss sich wie alle anderen qualifizieren.

Die Erinnerung an seine Zeit in Leverkusen, wo er Doublesieger wurde und einen Marktwert von über 40 Millionen Euro hatte, ist in Bremen noch lebendig. Doch die aktuelle Situation ist eine andere. Die Frage ist: Kann Boniface, trotz seines körperlichen Zustands, den entscheidenden Unterschied machen und Werder vor dem Abgrund bewahren? Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit – und gegen die Kilos.

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