Böller-explosion lässt rwe-keeper wienand zusammenbrechen – 3. liga-spiel unter schock

Ein ohrenbetäubender Knall, ein zusammenbrechender Torwart, ein Stadion im Ausnahmezustand. Beim 3. Liga-Spiel zwischen Rot-Weiss Essen und Waldhof Mannheim zündeten vermutlich Gästefans einen Böller, der Felix Wienand so heftig erschrecken ließ, dass er mit Herzrasen und Schwindel behandelt werden musste – und später ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Die sekunde, die alles veränderte

Es war die 53. Minute, als im Gästeblock eine Silvesterrakete explodierte. Wienand, gerade noch in Position, riss die Hände hoch, taumelte rückwärts und ging auf die Knie. Schiedsrichter Patrick Kessel unterbrach sofort, die Physios eilten herbei. Was zunächst wie ein Schock aussah, wurde ernst: nach zehn Minuten Behandlung auf dem Rasen konnte der 27-Jährige nicht weiterspielen und wurde mit verdrehten Augen abtransportiert.

Die Partie ruhte mehr als 18 Minuten, die Stimmung kippte. Mannheimer Anhänger wurden lautstark beschimpft, Essener Ultra-Gruppen drohten mit Abbruch. Erst als Stadionsprecher Markus Günther durchs Mikrofon beteuerte, „es gehe dem Torwart stabil“, beruhigte sich die Lage – vorläufig.

Was wir über wienands zustand wissen

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Laut RWE-Sprecherin Lisa Nordmann erlitt Wienand eine „akute Stressreaktion mit Kreislaufkollaps-Charakter“. Im Alfried-Krupp-Krankenhaus stabilisierte man seinen Puls, schob ihn zur Nacht zur Beobachtung auf die Intensivstation. „Er kann wieder sprechen, ist aber noch unter Schock“, sagte Nordmann gegenüber MagentaSport. Ein Einsatz in der nächsten Woche beim Auswärtsspiel in Dortmund II gilt als „extrem unwahrscheinlich“.

Die Bilder gingen viral: Keeper-Kollegen wie Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen twitterten Genesungswünsche, der DFB zeigte sich „tief bestürzt“. Die Essener Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein – und prüft Stadionverbote für zwei verdächtige Waldhof-Fans, bei denen Pyrotechnik sichergestellt wurde.

Der zwischenstand in der tabelle

Trotz des Dramas gewann Essen mit 2:1, rückt auf Tabellenplatz fünf vor und festigt seine Aufstiegschancen. Doch der Sieg schmeckt bitter. Kapitän Simon Engelmannschüttelte nach Abpfiff den Kopf: „Das ist kein Fußball mehr, das ist Krankenhausreif.“

Die Liga wird nun prüfen, ob Waldhof Mannheim eine Teilschuld trifft – und ob es Konsequenzen für die Sicherheitskonzepte gibt. Denn wenn ein Spieler wegen eines Böllers auf der Intensivstation landet, ist die Grenze zum Totalfiasko überschritten. Für Wienand zählt jetzt nur eins: Ruhe, Schutz, Genesung. Der Rest ist Makulatur.