April rüttelt an der spitze: hannover muss drei aufsteiger in serie stoppen

Die DFL hat den Kalender zugeschlagen – und die 2. Bundesliga droht zu implodieren. Spätestens am 18. April wissen wir, wer aus der Top-5-Gruppe noch ernsthaft nach der Bundesliga greift. Denn Hannover 96, Tabellenfünfter mit 44 Punkten, kassiert ein Programm, das man sich als Belastungstest ausdenken könnte: Elversberg, Darmstadt, Paderborn – alles direkte Konkurrenten, alles Auswärtsspiele, alles binnen 14 Tagen.

Los geht’s am Sonntag, 6. April, im Waldstadion in Elversberg. Die SV Elversberg ist seit 17 Heimspielen ungeschlagen, hat in der Fremde aber schon 24 Zähler verschenkt. Trainer Horst Steffen schwört auf Pressing, das bis zur Mittellinie reicht – ein K.o.-Kriterium für Hannovers temporeiches Umschaltspiel. Direkt danach, am Freitagabend, wartet der SV Darmstadt 98 am Böllenfalltor. Die Lilien haben seit Januar nur einmal verloren, dafür aber schon sieben Mal remis. Die Statistik lügt nicht: Wer dort nicht früh trifft, geht meist leer aus.

Der Schlusspunkt ist das Paderborn-Duell am 18. April. Der SC Paderborn ist das team mit der zweitbesten Tordifferenz nach der Winterpause, vor allem weil Robert Leipertz und Adriano Grimaldi inzwischen gemeinsam 13 Tore erzielten. Hannovers Abwehr um Phil Neumann muss also nicht nur schnell, sondern auch clever sein – sonst fliegen die Niedersachsen aus dem Aufstiegsraster.

Schalke und elversberg liefern sich seitenblick

Parallel zu Hannowers Horror-Programm duellieren sich Schalke 04 und Elversberg am 12. April im Sportpark Wedau. Schalke ist seit drei Auswärtsspielen ohne Sieg, kassierte dabei sieben Gegentore. Die Königsblauen benötigen dringend Punkte, um den Anschluss an Platz drei nicht zu verlieren. Elversberg hingegen kann mit einem Sieg den direkten Vergleich gegen die Großen der Liga perfekt machen – und sich selbst die Relegation erspielen.

Die DFL hat zudem ein Novum eingebaut: Wegen Karfreitag pausiert die Liga komplett. Stattdessen laden fünf Partien am Ostersonntag um 13:30 Uhr zum Marathon ein. So findet auch das TraditionsduellKaiserslautern gegen Fortuna Düsseldorf statt – ein Reminiszenz an alte Zweitliga-Zeiten, als noch in Betzenberg die Tribüne bebte.

Die tabelle lügt nie – aber sie trägt sich schnell

Die tabelle lügt nie – aber sie trägt sich schnell

Wer bis Spieltag 30 mindestens 50 Punkte hat, spielt in der Regel mit dem Aufstieg. Wer bei 42 oder weniger landet, muss um den Klassenerhalt zittern. Hannover steht bei 44 Zählern, Elversberg bei 45, Darmstadt bei 47 und Paderborn bereits bei 49. Die Differenz zwischen Platz zwei und Platz sieben: gerade einmal fünf Punkte. Das bedeutet: Jeder Ballkontakt in diesen 270 Minuten kann die Saison spiegeln – oder zerstören.

Die restlichen Termine für die Spieltage 31 bis 33 folgen erst Anfang Mai. Dann steht auch der 34. Spieltag fest, der am 17. Mai wie gewohnt um 15:30 Uhr mit allen neun Partien gleichzeitig startet. Bis dahin haben sich die Karten neu gemischt – und vielleicht auch die Trainer.

Die Devise für die Klubs lautet daher: April verhunzen, Mai verzweifeln. Die Ausgangslage ist klar – wer jetzt strauchelt, verpasst nicht nur die Relegation, sondern riskiert den Abstieg in die 3. Liga. Die nächsten drei Wochen sind kein Sprint mehr, sondern ein Marathon über drei Everest. Hannover muss liefern – oder sich auf die Play-downs einstellen.