Böller trifft rwe-torwart wienand – täter gefasst

Was am Dienstagabend im Essener Stadion passierte, hat mit Fußball nichts mehr zu tun. Ein Fan des Waldhof Mannheim zündete in der 53. Minute einen Böller direkt neben Felix Wienand, dem Torhüter von Rot-Weiss Essen. Der Keeper sackte zu Boden, hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Ohren. Schiedsrichter Lennart Kernchen pfiff sofort ab und schickte beide Mannschaften in die Kabinen. Über 40 Minuten stand das Spiel still – und der Sieg der Essener war plötzlich die unwichtigste Sache der Welt.

Knalltrauma und erinnerungslücken: was die ärzte bei wienand feststellten

Knalltrauma und erinnerungslücken: was die ärzte bei wienand feststellten

Wienand wurde noch während der Unterbrechung ins Krankenhaus gebracht. Die erste Diagnose war eindeutig: Knalltrauma und akute Belastungsreaktion. RWE-Vorstandsmitglied Alexander Rang bestätigte am Folgetag, dass der Torwart das Krankenhaus in den frühen Morgenstunden verlassen konnte – aber: Er ist derzeit nicht trainingsfähig und hat nach Angaben der behandelnden Ärzte kaum eine Erinnerung an den Vorfall. Das sei medizinisch nicht ungewöhnlich, hieß es. Beruhigend ist das trotzdem nicht.

Trainer Uwe Koschinat hatte bereits unmittelbar nach dem Abpfiff das gesagt, was viele dachten: „Wir hoffen, dass er keine längerfristigen Schäden davonträgt, denn das ist in solch einer Situation durchaus zu befürchten.