Böller trifft rwe-keeper: spiel stand kurz vor abbruch

Ein Knallkörper, geworfen aus dem Gästeblock, hat am Mittwochabend das Drittliga-Spiel zwischen Rot-Weiss Essen und dem SV Waldhof Mannheim an den Rand des Abbruchs gebracht. Torwart Felix Wienand brach in der 55. Minute im Strafraum zusammen, die Hände an den Ohren. Kein Schauspiel. Ein Notfall.

Was in der 55. minute wirklich passierte

Essen führte 1:0, das Spiel lief unspektakulär — bis der Böller detonierte. Knapp neben dem 23-jährigen Keeper. Schiedsrichter Lennart Kernchen unterbrach sofort, schickte beide Teams in die Kabinen. Was folgte, war eine Pause von über 40 Minuten, die sich anfühlte wie eine Ewigkeit.

Wienand musste zunächst auf dem Rasen behandelt werden. Dann kam die Entscheidung: Transport ins Krankenhaus. Erste Diagnose von RWE via Instagram: Knalltrauma und akute Belastungsreaktion. Weitere Untersuchungen stehen noch aus.

Koschinat außer sich, rwe fordert abbruch

Koschinat außer sich, rwe fordert abbruch

Essens Trainer Uwe Koschinat machte keinen Hehl aus seiner Wut. Er gestikulierte während der Unterbrechung in Richtung der Mannheimer Fans — unmissverständlich. Die RWE-Beteiligten sollen sich vehement für einen sofortigen Spielabbruch ausgesprochen haben. Verständlich. Der Böller kam offenbar aus dem Gästeblock.

Gespielt wurde trotzdem weiter. Tino Casali ersetzte den verletzten Wienand im Tor. Das Ergebnis blieb, das Bild des Abends auch: ein Keeper auf dem Boden, Hände an den Ohren, Teamkollege Michael Schultz daneben mit einem Gesicht, das alles sagt.

Ein vorfall, der konsequenzen haben muss

Ein vorfall, der konsequenzen haben muss

Wer einen Knallkörper auf ein Spielfeld wirft, nimmt billigend in Kauf, Menschen zu verletzen. Das ist keine Fankurven-Romantik, das ist schlicht gefährlich. Wienand hat Glück gehabt — relativer Weise. Ein Knalltrauma ist keine Kleinigkeit, und was langfristig bleibt, wird sich erst zeigen.

Der DFB wird den Vorfall untersuchen. Mannheim dürfte eine empfindliche Strafe erwarten. Und Felix Wienand hofft, dass sein Gehör keinen dauerhaften Schaden genommen hat. Für einen Torwart, dessen Reaktionsvermögen alles ist, wäre das eine bittere Ironie.