Böller neben wienand: 3. liga-spiel zwischen essen und mannheim unterbrochen

Knall, Schrei, Stille – und dann brach Panik aus. Ein Böller, der knapp neben Felix Wienand explodierte, riss den 23-jährigen Torhüter von Rot-Weiss Essen in der 53. Minute zu Boden und zwang Schiedsrichter Lennart Kernchen, das Spiel gegen den SV Waldhof Mannheim zu unterbrechen. Wienand hielt sich die Ohren, seine Mitspieler starrten entsetzt, die Arena verstummte.

Spieler blutend, fans tobend – die szene, die den sport vergessen ließ

Spieler blutend, fans tobend – die szene, die den sport vergessen ließ

Der Detonation folgte eine akute Belastungsreaktion. Wienand bekam ein Knalltrauma, musste auf dem Feld versorgt und später ins Krankenhaus gebracht werden. „Ihm geht es wirklich nicht gut“, sagte RWE-Trainer Uwe Koschinat nach dem 1:0-Sieg seiner Mannschaft. „Die Gesundheit des Spielers wurde mutwillig aufs Spiel gesetzt.“

Der mutmaßliche Täter, ein Zuschauer aus dem Gästeblock, wurde identifiziert und festgenommen. SVW-Sportdirektor Mathias Schober, der Wienand noch aus gemeinsamen Schalker Tagen kennt, forderte Konsequenzen: „Das gehört nicht zu einem Fußballspiel.“

Nach mehr als 40 Minuten Unterbrechung ging es weiter – ohne Wienand. Ersatztorwart Tino Casali sprang ein, die Rot-Weiss-Defensive hielt die Führung bis zum Schlusspfiff. Doch die drei Punkte rückten in den Hintergrund. Die Frage, die bleibt: Wie viel Gewalt erträgt der Fußball noch?