Altmaier bricht in indian wells zusammen – die misere wird zur qual

Daniel Altmaier schlurfte mit gesenktem Kopf vom Court 5, die Schultern hangen, die Knie zittern. Beim Stand von 3:6, 0:1 gegen Miomir Kecmanovic war Schluss – nicht nur im Match, sondern vielleicht auch mit der Saisonplanung des Kempeners. Sieben Starts, sieben Niederlagen: Das ist kein Formtief mehr, das ist ein freier Fall.

Der körper folgt der psyche – und beide sagen nein

Was genau den Ausstieg auslöste, wollte Altmaier nach dem Match nicht erklären. „Ich spüre einfach nichts mehr in den Beinen“, murmelte er, während er die Eisumwicklung am Oberschenkel festhielt – mehr Symptom als Ursache. Die ATP-Physios hatten ihn bereits Freitag wegen muskulärer Überlastung behandelt, doch gegen Kecmanovic fehlte jede Explosivität. Die Vorhand landete im Netz, der erste Aufschlag ging durch die Bank bei 157 km/h – 30 km/h unter seinem Saisonbest.

Die Zahlen verraten die ganze Dramatik: 26 Prozent erste Aufschläge, nur elf Winner, aber 22 unerzwungene Fehler in einem Satz. Kecmanovic, selbst noch mit den Nachwehen des Acapulco-Sieges gegen Zverev im Bein, musste kaum mehr tun, als den Ball zurückzuschaufeln. Die Serben-Fans im Stadium 2 jubelten höflich – sie wussten, dass sie einem Gegner bei der Selbstaufgabe zuschauten.

Die top-50 ist geschichte – und die karte wird neu gemischt

Die top-50 ist geschichte – und die karte wird neu gemischt

Als Altmaier vor zwölf Monaten auf Platz 44 sein Karrierehoch feierte, klang noch vom „deutschen David Ferrer“. Kompromisslos, laufstark, unangenehm. Doch seitdem verlor er 18 seiner letzten 21 Matches, sackte auf Platz 78 ab und muss nun schon in der Qualifikation von München um jeden Punkt bangen. Der Verband drückt die Daumen, Sponsoren schauen auf die ROI-Listen – und der Spieler? Der schaut auf leere Terminkalender.

Indian Wells war die letzte Chance, vor den europäischen Sandturnieren noch einmal frisches Selbstvertrauen zu tanken. Stattdessen droht ihm, abhängig vom Heilungsverlauf, ein Start in Barcelona oder München ohne Matchrhythmus. Die Frage ist nicht mehr, ob er die Top 50 zurückerobern kann, sondern ob er die Quali-Schlachten überhaupt bestreiten will.

Für den deutschen Tenniszirkus bleibt Alexander Zverev das letzte Eisen im Masters-Feuer. Er erhält ein Freilos in Runde zwei, spielt frühestens Freitag – und damit auf einem Court, an dem Daniel Altmaier in dieser Saison nur noch Zuschauer sein wird.