Bokk-aus: müller kritisiert entscheidung vor eishockey-wm

Schock in Köln: Nur 24 Stunden vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Eishockeynationalmannschaft gegen Finnland ist der Traum von Dominik Bokk vom Debüt geplatzt. Der Stürmer der Kölner Haie muss Lukas Reichel weichen, dessen NHL-Vertragssituation sich überraschend klärte. Ein herber Schlag für den jungen Angreifer und ein Rätsel für viele Fans – insbesondere für seinen Teamkollegen Moritz Müller.

Die überraschende wendung im deb-kader

Die Nachricht des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) kam wie ein Blitz: Lukas Reichel, der eigentlich für die WM in der Schweiz vorgesehen war, steht dem Team nun doch zur Verfügung. Der gebürtige Nürnberger unterzeichnete kurzfristig einen neuen NHL-Vertrag bei den Boston Bruins, was die Tür für seine Teilnahme an der WM öffnete. Doch dieser Glücksfall bedeutete für Bokk das bittere Aus. Bundestrainer Harold Kreis begründete die Entscheidung mit der Abwägung der Rollen im Team, räumte aber ein, dass die Situation kurz vor dem Turnierbeginn alles andere als ideal sei.

Bokk, der in dieser Saison bei den Kölner Haien zu den stabilsten und torgefährlichsten Spielern zählte und in den Playoffs als bester Scorer des KEC hervortrat, äußerte sich zunächst nicht zu seiner Enttäuschung. Doch sein Kölner Teamkollege Moritz Müller ließ seine deutliche Meinung sprechen.

Müllers kritik: „kann sachen, die kaum jemand kann“

Müllers kritik: „kann sachen, die kaum jemand kann“

„Bokki hat eine starke Entwicklung genommen und kann Sachen, die in der DEL so sonst kaum jemand kann“, erklärte Müller im MagentaSport-Podcast „Die Eishockey Show“. „Er hat eine tolle Technik und die Schnelligkeit, die international gefragt ist. Für ihn wäre es eigentlich die logische Konsequenz gewesen, ihn mitzunehmen.“ Müller vermutet, dass Bokk möglicherweise „noch nicht so das Standing“ aufgebaut habe, das andere Spieler über Jahre erarbeitet haben. „Das war am Ende vielleicht der Ausschlag.“

Die Entscheidung von Bundestrainer Kreis, Reichel zu nominieren, ist nachvollziehbar. Der DEB ist überzeugt, dass Reichel dem Spiel „eine zusätzliche Qualität verleihen kann“, wie Kreis betonte. Seine jüngsten Einsätze in internationalen Turnieren untermauerten dies. Doch für Dominik Bokk bedeutet es eine bittere Pille und eine verpasste Chance, sich auf der internationalen Bühne zu beweisen. Die Frage bleibt, ob diese Entscheidung langfristige Auswirkungen auf seine Karriere haben wird.

Die Eishockey-WM beginnt am Freitag, und die deutsche Nationalmannschaft steht vor einer schweren Aufgabe gegen Finnland. Ob Reichel sofort in die Stammformation findet, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Der Bokk-Aus hat für Gesprächsstoff gesorgt und die Vorbereitung des Teams zusätzlich belastet.