Bluthochdruck: millionen in italien ahnungslos gefährdet!
Ein beunruhigender Befund aus Italien: Fast die Hälfte der Männer und mehr als ein Drittel der Frauen leiden an Bluthochdruck, oft ohne es zu wissen. Die neuesten Daten des Istituto Superiore di Sanità (ISS) zeichnen ein düsteres Bild der Volksgesundheit.

Die erschreckende statistik: ein viertel der bevölkerung betroffen
Die vorläufigen Ergebnisse der Studie zeigen, dass 37% der italienischen Männer und 23% der Frauen an Bluthochdruck erkrankt sind. Berücksichtigt man die bereits in Behandlung befindlichen Patienten, so sind sogar rund 50% der Männer zwischen 35 und 74 Jahren sowie zwei von fünf Frauen in derselben Altersgruppe betroffen. Obwohl die durchschnittlichen Blutdruckwerte in den letzten 15 Jahren leicht gesunken sind, bleibt die Prävalenz der Erkrankung alarmierend hoch.
Die Studie, die im Rahmen des „Progetto Cuore“ durchgeführt wurde, erfasste Daten von über 17 Regionen aus Nord-, Mittel- und Süditalien. Die durchschnittlichen Werte belaufen sich auf 134 mmHg systolisch und 79 mmHg diastolisch bei Männern sowie 126 mmHg systolisch und 75 mmHg diastolisch bei Frauen. Diese Werte liegen deutlich über den empfohlenen Werten und erhöhen das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere schwerwiegende Komplikationen.
Das größte Problem: Die fehlenden Symptome. Bluthochdruck ist oft ein stiller Killer, da er in den meisten Fällen keine offensichtlichen Beschwerden verursacht. Viele Betroffene bemerken ihre Erkrankung erst, wenn bereits ernsthafte Schäden an Herz oder Nieren entstanden sind. Es ist daher umso wichtiger, regelmäßige Blutdruckkontrollen durchführen zu lassen, insbesondere bei Personen mit Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen oder familiärer Vorbelastung.
Ein weiterer besorgniserregender Aspekt ist die mangelnde Behandlung. Von den Menschen mit diagnostiziertem Bluthochdruck (Werte über 140/90 mmHg oder bereits in medikamentöser Behandlung) sind 41% der Männer und 31% der Frauen nicht in Behandlung. Ein weiteres Problem stellt die mangelnde Therapietreue dar: 12% der Männer und 15% der Frauen kennen ihre Diagnose, nehmen aber keine Medikamente ein, und sogar 23% der Männer und 35% der Frauen, die Medikamente einnehmen, haben weiterhin erhöhte Blutdruckwerte.
Die gute Nachricht: Nur 24% der Männer und 19% der Frauen weisen normale Blutdruckwerte auf. Das zeigt, dass es noch viel Potenzial gibt, die Situation zu verbessern. Neben einer konsequenten medikamentösen Therapie, falls erforderlich, ist ein gesunder Lebensstil unerlässlich. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz, der Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel und Zucker, regelmäßige Bewegung und der Abbau von Stress.
Die ISS betont die Notwendigkeit einer verstärkten Aufklärungskampagne, um die Bevölkerung über die Risiken von Bluthochdruck und die Bedeutung von regelmäßigen Kontrollen zu informieren. Denn nur wer seinen Blutdruck kennt, kann ihn aktiv in den Griff bekommen und sein Risiko für schwere Erkrankungen reduzieren. Die Gesundheit liegt in den eigenen Händen.
