Gendrey stürzt ab – hoffenheim bangt um comeback-held
Ein Aufschrei, dann Stille. Valentin Gendrey liegt im Sechzehner, das rechte Bein gegriffen, das Gesicht ein einziger Schmerz. Die TSG-Einheit bricht ab, die Ärzte eilen herbei, und mit ihnen die alte Frage: Ist der französische Außenverteidiger erneut am selben Knöchel zu Bruch gegangen, der ihn schon zu Saisonbeginn monatelang lahmlegte?
Die grätsche, die alles veränderte
Es war die letzte Spielsequenz eines intensiven Passspiels. Gendrey wirft sich in einen Schuss, sein Fuß bleibt im warmen Novemberrasen hängen, der Körper dreht sich, das Gelenk kippt. Kollege Grischa Prömel fährt ihn auf dem Trainingscaddy zur Kabine – ein Bild, das an den 5. August erinnert, als Gendrey nach einem Sprungtraining mit dem gebrochenen Sprunggelenk zurückkehrte und Hoffenheim daraufhin West Ham-Verteidiger Vladimir Coufal verpflichtete.
Seit dem 2. Dezember ist Gendrey zurück. Acht Kurzeinsätze, alle nach der 75. Minute, hatte er gesammelt. Seine Laufbahn bei der TSG glich einem Stroboskop: Licht an, Licht aus. Nun droht erneut Dunkelheit. «Vielleicht war es auch nur der erste Schock», sagt Bernardo im Vertrauen, doch die Körpersprache der medizinischen Abteilung verrät mehr als jeden Ultraschall.

Coufal-deal gerät unter druck
Die Verpflichtung des 32-jährigen Coufal galt als Notlösung, nun könnte sie zur Dauerlösung werden. Der Tscheche liefert stabile Leistungen, seine Erfahrung stabilisiert die rechte Seite. Doch intern war man sich einig: Gendrey sollte langfristig die Pace setzen, Coufal die Weisheit spenden. Ein Duo statt Ersatz.
Die nächsten 24 Stunden entscheiden. MRT, CT, Belastungstest – das Trikot bleibt in der Kabine hängen, die Hoffnung auf ein Weihnachtswunder auch. Für Gendrey bedeutet jede Zwangspause nicht nur Spielzeitverlust, sondern den Verlust jenes Rhythmus, den er sich nach 118 Tagen Zwangspause mühsam zurückerkämpft hatte.
Die Bundesliga schläft nicht. Während Hoffenheim auf die Diagnose wartet, reist Stuttgart am Samstag ins PreZero-Arena. Die Vorbereitung läuft, nur mit einem Abwehrspieler weniger auf dem Plan. Wer rechts außen sprintet, steht noch nicht fest. Die Frage ist nicht nur sportlich, sondern menschlich: Wie viele Comebacks verträgt ein 25-Jähriger, desse Karriere schon zweimal auf der Liege pausierte?
