Dfb lässt die geldkanone knallen: 5-millionen-jackpot für die 3. liga, zwei klubs gehen leer aus
Der DFB hat die Geldschleusen geöffnet – und zwar so richtig. Ab 2026 fließen fünf Millionen Euro in die Talentschmiede der 3. Liga, zwei Millionen mehr als bisher. Doch nicht alle dürfen sich bedienen: VfB Stuttgart II und TSG Hoffenheim II bleiben außen vor – Zweitvertretungen sind systematisch ausgeschlossen.
Die regelung tritt 2026/27 in kraft – und verschiebt die kräfte im unterhaus
Die Entscheidung fiel am Dienstag in der Gesellschafterversammlung der DFB GmbH & Co. KG. Erste Auszahlungen nach dem neuen Modus erfolgen im zweiten Halbjahr 2027. Bis dahin haben die Klubs Zeit, ihre Nachwuchsstrukturen zu schärfen – denn nur wer sich entwickelt, kassiert.
Die Verteilung folgt einem Punktesystem aus vier Parametern: Leistungszentrum, Klubausbildung, deutsche U-Nationalspieler und Einsatzminuten. Letzteres ist der Dreh- und Angelpunkt: Junge Spieler sollen auf dem Platz stehen, nicht auf der Bank gammeln. Die Botschaft ist klar: Wer talentierten deutschen Fußballern Spielzeit verschafft, wird belohnt – mit bis zu 500.000 Euro pro Saison.
Ein Blick zurück lohnt sich. Unterhaching kassierte 2025 die Höchstsumme: 302.697,75 Euro. Alemannia Aachen hingegen ging fast leer aus – nur 97,72 Euro. Die Spannweite ist brutaler als ein Elfmeter im 90. Minuten.

Kimmich, rüdiger, undav – die 3. liga als katapult
Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung, nennt Namen, die für sich sprechen: Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger, Deniz Undav. Allesamt haben sie in der dritten Spielklasse Fuß gefasst – und sich danach in die Nationalmannschaft gespielt.
„Die 3. Liga ist kein Abstellgleis, sie ist ein Beschleuniger“, sagt Frymuth. Und er hat recht: Die Liga ist das letzte echte Sprungbrett vor dem Profifußball. Wer hier durchstartet, landet nicht selten in der Bundesliga – oder im Nationaltrikot.
Doch es gibt einen Haken: Die Förderung gilt nur für 18 der 20 Klubs. Die Zweitvertretungen der Bundesligisten fallen raus – ein Schlag ins Gesicht für Talente, die bei Stuttgart II oder Hoffenheim II spielen. Ihre Spielzeit wird nicht gewertet, ihre Minuten zählen nicht. Ein Paradoxon: Gefördert wird, wer schon gefördert ist.
Trotzdem: Mit über sechs Millionen Euro gesamter Fördersumme – inklusive der Leistungszentren unterhalb der Lizenzligen – rüstet der DFB die 3. Liga zum Talenteschmiede Deutschlands auf. Die Liga, die oft als Stiefkind gilt, bekommt endlich das, was ihr zusteht: Geld – und damit Anerkennung.
Die Uhr läuft. Noch zwei Jahre, dann geht die neue Ära los. Wer bis dahin seine Jugendarbeit nicht professionalisiert hat, wird abgehängt. Die anderen kassieren – und entwickeln die nächsten Kimmichs, Rüdigers und Undavs. Die 3. Liga wird zur Machtmaschine. Und der DFB zieht den Hebel um.
