Basketball-helden heben grundschul-kids ab: virtus-stars machen sozial-coup in castel san pietro
Daniel Hackett und Saliou Niang haben am Montagmorgen keinen Dreier versenkt, sondern 58 Kinderherzen erobert. Die Virtus-Segler landeten in der Grundschule Luciana Sassatelli in Castel San Pietro Terme – und verwandelten den Schulhof in einen lauten Freiluft-Klassenraum.
One team lässt den ball für integration springen
Die Aktion trägt den Namen Bouncing for Good, das Flaggschiff der sozialen EuroLeague-Initiative One Team. Seit Jahren schickt der Verband seine Profis in Schulen, um Basketball als Lebenslehre zu verkaufen. Diesmal stand Respekt im Mittelpunkt – und zwar nicht als abgedroschenes Leitbild, sondern als Überlebensstrategie in einer Klasse, in der 22 verschiedene Passformen gesprochen werden.
Die Lehrkräfte hatten die fünften Klassen präzise vorbereitet: Memory-Spiele mit Teamwerten, Koordinationsparcours, ein Perfect-Ball-Painting, bei dem die Schüler ihre Wunsch-Muster auf Spielbälle sprühten. Die Kunstwerke landeten nicht im Schrank, sondern auf dem Instagram-Account der Schule – Social-Media-Druck als Motivationsmaschine.
Danach kam der Moment, auf den alle warteten: Hackett rollte Kisten mit neuen Korbanlagen herein – gespendet von Motorola, Technologie-Partner der EuroLeague. Die Kids durften sofort dribbeln, Niang zeigte ihnen, wie man einen Alley-Oop-Pass timingmäßig richtig wirft. Die Lehrer bekamen ein Lehrkonzept an die Hand, damit der Basketball nicht mit dem Abpfiff endet.

Warum castel san pietro? die antwort steht im integrationsbericht der region
Die Emilia-Romagna verzeichnet seit 2019 einen 38-prozentigen Anstieg ausländischer Neuanmeldungen in ländlichen Schulen. Castel San Pietro hat statt einer Ghettoisierung bewusst gemischte Klassen gebildet – und braucht nun emotionale Katalysatoren. One Team liefert sie gratis, samt VIP-Foto, das später über den Eltern-Chat kursiert und die nächste Elterngeneration erreicht.
Die Bilanz des Tages: 58 strahlende Gesichter, drei überreizte Lehrerinnen, ein Dutzend neue Fans für die Segafredo Arena. Und ein Daniel Hackett, der nach zwei Stunden Autogrammjagd ernst sagt: „Wenn nur ein Kind heute Abend sagt ‚Ich will später mal zur EuroLeague‘, war der Flug aus Barcelona schon rentabel.“
Die EuroLeague selbst sieht das Projekt als Investition in TV-Quoten von morgen. Denn wer als Zehnjähriger ein Trikot kriegt, bucht als Erwachsener irgendwann das Final-Four-Paket. Bis dahin ballert in Castel San Pietro ein orangeer Ball gegen verbeulte Bretter – und erinnert laut ploppend daran, dass Integration nicht in Talkshows, sondern auf dem Asphalt stattfindet.
