Rapid verliert nunoo: muskelbündel gerissen – salzburg-rematch ohne teenie-turbo

Der Schock sitzt tief. Daniel Nunoo, Rapid 19-jähriger Rechtsaußen, der gegen Salzburg noch für den Siegtreffer sorgte, fällt mit einem gerissenen Muskelbündel im Oberschenkel wochenlang aus. Die MR-Untersuchung bestätigte am Mittwoch die Befürchtung: keine leichte Zerrung, sondern ein struktureller Riss. Die Wiener sprechen offiziell von „mehreren Wochen Pause“, intern rechnet man mit mindestens sechs, eher acht.

Salzburg-rematch ohne teenie-turbo

Salzburg-rematch ohne teenie-turbo

Nunoo war in der 26. Minute vom Feld gehumpelt, hielt sich die rechte Hüfte und schüttelte bereits auf der Bank den Kopf. Sein Sprintduell mit Bernardo hatte ihn gekostet – und nun kostet er Rapid die Doppeltorschützen-Form, die den Grün-Weißen gerade noch die Meistergruppe gerettet hat. Ohn ihn fehlt die direkte Vertikalität, die Salzburg in der Allianz-Arena am Sonntag (14.30 Uhr) erneut zerreißen soll. Trainer Robert Klauß muss neu puzzeln: Fürst oder Kitagawa auf rechts? Oder doch die Dreierkette mit Schuster als wingback?

Die Statistik nagt: In den 315 Minuten mit Nunoo auf dem Platz erzielte Rapid vier Tore, kassierte keines. In den restlichen 375 ohne ihn: nur zwei Treffer, drei Gegentore. Die Zahl ist klein, aber laut. Rapid hat in dieser Saison schon 18 Punkte verspielt, nachdem Schlüsselspieler ausfielen. Nun droht der nächste Einbruch.

Intern herrscht trotzdem Halboptimismus. Die medizinische Abteilung hat in Nunoo einen „super Reagenz“ genannt – schnelle Heilung, diszipliniertes Training. Doch der Zeitplan ist knallhart: Bis zum Cup-Viertelfinale gegen St. Pölten (7. April) will man ihn zurück, für die Meistergruppe-Playoffs muss er laufen. Eine Woche zu spät, und die Saison ist längst weg.

Loic Négo, der Kapitän, sagte nach dem 1:0 gegen Salzburg: „Wenn Daniel weg ist, verlieren wir nicht nur Pace, sondern auch sein Lächeln.“ In der Kabine gilt Nunoo als Mood-Maker. Ohne seine Sticheleien und TikTok-Tänze während des Aufwärmens wirkt selbst die Sonne im Härtel-Kopf trüber. Klauß wird also nicht nur taktisch, sondern auch emotional umstellen müssen.

Für Nunoo selbst ist es der zweite größere Muskelriss innerhalb von 14 Monaten. Beim U-Nationalteam hatte er das linke Behn betroffen, nun das rechte. Die Frage nach der Befundlast stellt sich. Rapid betont, man habe die Belastungssteuerung angepasst, Daten getrackt, Schlaf überwacht. Trotzdem riss es – weil der Körper des Flügelflitzer einfach noch nicht bereit ist für zweimal 90 Minuten auf Hochtouren pro Woche.

Die Saison wird entschieden zwischen März und Mai. Rapid liegt vier Punkte hinter Sturm Graz, zwei vor Salzburg. Ein Sieg am Sonntag würde die Grazer unter Druck setzen, eine Niederlage die Bullen wieder auf Tuchfühlung bringen. Ohne Nunoo wird aus einem offenen Schlagabtausch vielleicht eine Geduldspartie. Die Fans auf der Südtribüne haben bereits ein Spruchband vorbereitet: „Ohne Daniel trotzdem Tempo!“

Die medizinische Staffel arbeitet mit Stoßwellen, Blutstrom-Training und individuellem Kraftplan. Ziel: In sieben Wochen soll Nunoo seine Sprints wieder bei 34 km/h absolvieren können, derzeit liegt er bei 26 km/h und spürt jeden Schritt. Bis dahin muss Rapid liefern – sonst ist das Saisonziel Champions-League-Quali nur noch Theorie.

Die Lehre: Ein Teenager kann ein ganzes System tragen, aber nicht allein retten. Rapid braucht nun Kollektiv-Power, sonst wird der Frühling zur Geduldsprobe. Und Nunoo? Der schaut von der Tribüne, stemmt seine Rehabilitation – und weiß: Wenn er zurückkommt, muss die Saison noch nicht entschieden sein. Die Uhr tickt. Die Meistergruppe wartet. Und Salzburg wird sich an dem Sonntag erinnern, wen sie verletzt haben. Rache nährt Motivation.