Biathlon-schock: strömsheim vom weltmeister zum aussortierten!
Oslo – Endre Strömsheim, einst gefeiert als norwegischer Biathlon-Star und Weltmeister, steht vor dem bitteren Ende seiner Karriere. Nach einer Saison, die er selbst als "komplett auseinandergefallen" bezeichnete, hat der norwegische Verband ihn und seinen Kollegen Vebjörn Sörum aus dem Elitekader gestrichen. Ein Fall, der die Biathlon-Szene schockiert und Fragen aufwirft.
Der höhenflug und der jähe fall
Noch vor knapp zwei Jahren dominierte Strömsheim gemeinsam mit Johannes und Tarjei Bö sowie Sturla Holm Laegreid das norwegische Team. Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Lenzerheide feierte er triumphal Siege in der Staffel und im Massenstart. Seine Worte damals: „Ich wusste, dass die Medaillen bei dieser WM erst in der letzten Runde vergeben werden.“ Ein Plan, der perfekt aufging – ein Bild, das sich nun in Luft aufgelöst hat.
Die Wende kam schleichend. Der Auftakt des Winters 2024/25 in Östersund ließ bereits erahnen, was kommen würde. Platzierungen 56, 52 und 38 deuteten auf eine alarmierende Entwicklung hin. Der IBU-Cup brachte keine Erleichterung, und selbst ein kurzzeitiger Versuch, im Weltcup zurückzukehren, scheiterte spektakulär. Ein Einzelrennen in Nove Mesto endete in einem Desaster: Fünf Schüsse, fünf Fehler – 225 Strafsekunden innerhalb weniger Augenblicke. "Alles ist komplett auseinandergefallen“, stammelte Strömsheim nach dem Rennen.

Ein luxusproblem und harte entscheidungen
Ole Einar Björndalen, Biathlon-Legende, sieht die Entscheidung des norwegischen Verbandes nachvollziehbar. „Beide hatten, gemessen an den Erwartungen, eine miserable Saison“, erklärte er. Das norwegische Team sei gesegnet mit Talenten – „in dieser Mannschaft könnten zehn Läufer sein“ – doch im Elitekader sind nur sieben Plätze. Ein Luxusproblem, das nun harte Entscheidungen erforderlich machte.
Johannes Dale-Skjevdal, Olympiasieger im Massenstart, kennt diese Erfahrung aus eigener Haut. 2022 verlor er ebenfalls seinen Platz im A-Kader und kämpfte sich zurück. „Das ist brutal“, kommentierte er die Situation. Ein Weg, den nun auch Strömsheim beschreiten muss, allerdings unter deutlich schlechteren Bedingungen.
Strömsheim selbst beendete die Saison vorzeitig und richtete seinen Blick auf die kommende. Doch die verspätete Quittung für seine schwachen Leistungen ließ nicht lange auf sich warten. Ohne Kaderzugehörigkeit wird der Weg zurück an die Spitze immens schwieriger sein – insbesondere angesichts der Konkurrenz, allen voran Frankreich, das sich als neue Biathlon-Nation etabliert hat.
Die Karriere von Endre Strömsheim, einst gefeiert als Wunderkind, steht nun an einem Scheideweg. Ob er es schafft, sich zurückzukämpfen, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Die glorreichen Zeiten des norwegischen Biathlon-Stars sind vorerst vorbei.
