Biathlon-revolution: blei-freie schießscheiben auf dem prüfstand!

Die Zukunft des Biathlons könnte radikal anders aussehen, und das liegt nicht an neuen Trainingsmethoden oder Ausrüstungsupgrades. Es geht um die Schießscheiben – und um den Umweltschutz. Ein französisches Unternehmen namens Kiwi Precision hat ein revolutionäres System entwickelt, das derzeit von der Internationalen Biathlon-Union (IBU) intensiv getestet wird. Das Ziel? Eine drastische Reduzierung der Umweltbelastung durch das Schießen.

Die bleifreie revolution: eine europäische vorgabe

Die Notwendigkeit dieser Veränderung rührt von einer strengen europäischen Richtlinie her. Diese besagt, dass alle Geschosse, die auf Freiluftschießständen abgefeuert werden – egal ob im Biathlon oder in anderen Schießsportarten – zu über 90 Prozent aufgefangen werden müssen. Eine Herausforderung, die traditionelle Zielscheiben nicht stemmen können. Das neue System von Kiwi Precision verspricht, genau diese Hürde zu überwinden.

David Thievent, Geschäftsführer von Kiwi Precision, erklärt gegenüber dem „Nordic Magazine“: „Alles, was das Ziel trifft, dringt in das Polymer ein. Die Kugel wird erkannt, und die Klappe fällt herunter. Trifft die Kugel neben dem Ziel, dringt sie ebenfalls durch und wird erkannt.“ Klingt kompliziert? Ist es vielleicht auch ein wenig, aber die Vorteile sind immens. Denn das System fängt nicht nur die Geschosse, sondern verarbeitet sie auch.

Was passiert mit den Kugeln? Das Besondere ist das Polymer, in das die Kugel eintritt. Es besitzt die einzigartige Eigenschaft, die Kugel abzubremsen und ihre Energie zu speichern, um das Einschussloch selbstständig zu verschließen. Anschließend werden die Geschossfragmente aus dem körnigen Material geborgen – intakt, ohne Splitter oder Staub. Diese Geschosse können dem Recycling zugeführt werden, eine wahre Bereicherung für die Kreislaufwirtschaft.

Vorteile für athleten und fans

Vorteile für athleten und fans

Doch die Innovation kommt nicht nur der Umwelt zugute. Auch die Athleten sollen profitieren. Jean-Pierre Amat, langjähriger französischer Schießtrainer und Mitarbeiter von Kiwi Precision, betont: „Man kann wirklich sehen, was der Schütze macht und bekommt direktes Feedback. Man kann sich auf die Ausführung konzentrieren und nicht auf das Ergebnis.“ Dies ermöglicht eine detailliertere Analyse des Schießprozesses und somit eine gezieltere Trainingssteuerung. Die gesammelten Daten versprechen einen neuen Standard in der Leistungsdiagnostik.

Die IBU hofft, das System bereits in naher Zukunft im Biathlon zu implementieren – insbesondere im Blick auf die Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen. Die Vorstellung, dass die Athleten auf umweltfreundlichen Zielscheiben schießen, ist nicht nur zukunftsweisend, sondern auch ein starkes Signal für Nachhaltigkeit im Sport. Es bleibt abzuwarten, ob diese Innovation tatsächlich den Biathlon grundlegend verändern wird, aber eines ist klar: Die Zukunft des Schießsports ist grün – und sie beginnt jetzt.