Biathlon-legende hettich-walz: abschied nach olympia?

Die Biathlon-Szene steht vor einem möglichen Abschied: Janina Hettich-Walz, Vize-Weltmeisterin und Mutter einer kleinen Tochter, denkt ernsthaft über das Ende ihrer Karriere nach. Nach den Olympischen Spielen in Mailandund Cortina könnte für die 29-Jährige der letzte Auftritt gewesen sein. Die Entscheidung, die sie zugunsten ihrer Familie trifft, wirft ein Schlaglicht auf die Vereinbarkeit von Spitzensport und Mutterschaft.

Die achterbahnfahrt der saison und der traum von olympia

Die vergangene Saison war für Hettich-Walz eine Achterbahnfahrt. Die Geburt ihrer Tochter Karlotta im Februar 2025 veränderte ihr Leben grundlegend, doch ihr Ehrgeiz ließ nicht nach. Bereits im September feierte sie ein überraschend frühes Comeback bei den Deutschen Meisterschaften, getrieben vom Ziel, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. “Die große Motivation waren die Olympischen Spiele. Wenn man ein Ziel vor Augen hat, kann man das schaffen”, erklärte sie selbstbewusst.

Die Unterstützung des Deutschen Skiverbandes (DSV) war dabei entscheidend. “Mir wurde zugesichert, dass ich nach der Geburt direkt wieder in die 'Trainingsgruppe Weltcup' komme. Auch meine Stelle bei der Bundeswehr wurde verlängert. Später durfte ich meine Tochter zu den Lehrgängen mitnehmen. Das hat enorm geholfen.”, so Hettich-Walz. Doch trotz aller Bemühungen blieb der Traum von der Olympia-Medaille unerfüllt. Die Enttäuschung war groß, insbesondere angesichts einer Krankheit, die sie kurzzeitig ausbremste. Rang acht im Einzel und Rang vier in der Staffel waren zwar respektable Ergebnisse, doch nicht das, was sie sich erhofft hatte.

Familienplanung als auslöser für das karriereende

Familienplanung als auslöser für das karriereende

Doch nicht nur die sportlichen Ergebnisse spielten bei ihrer Entscheidung eine Rolle. Hettich-Walz sieht ihre Zukunft in erster Linie in der Familie. “Ich möchte irgendwann ein weiteres Baby, und mit zwei Kindern kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen.” Die vierjährige Vorbereitungszeit für eine weitere Olympiaparticipation erscheint ihr schlichtweg zu lang. “Das Investment mit den vielen Reisen im Leistungssport ist einfach zu groß.”

Die Konsequenz? “Noch ein, vielleicht auch noch zwei Jahre - und dann kommt das Ende meiner Karriere.” Hettich-Walz’ Entscheidung ist ein klarer Appell an den Sport: Die Vereinbarkeit von Familie und Leistungssport ist weiterhin eine Herausforderung. Sie hofft, dass ihre Erfahrungen andere Sportlerinnen ermutigen und der DSV weitere Maßnahmen ergreift, um Mütter im Leistungssport zu unterstützen, wie beispielsweise die Beibehaltung des Kadertatus nach der Babypause.

Die Biathletin hat bewiesen, dass es möglich ist, nach einer Schwangerschaft in den Spitzensport zurückzukehren, auch wenn der Traum von der Olympia-Medaille letztendlich unerfüllt blieb. Der Fokus liegt nun auf ihrer Familie und einer möglichen beruflichen Neuorientierung. Ein Kapitel im deutschen Biathlon geht demnächst zu Ende – ein Kapitel voller Leidenschaft, Kampfgeist und der unerschütterlichen Liebe zu ihrem Sport.