Biathlon-enttäuschung in mailand-cortina: läuft deutschland hinterher?

Biathlon-enttäuschung in mailand-cortina: läuft deutschland hinterher?

Die Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina 2026 werfen aus deutscher Sicht einen Schatten auf die Biathlon-Konkurrenz. Mit nur einer Medaille im Vergleich zu den zehn von Frankreich und Norwegen schmerzt der Blick auf die Medaillenbilanz. Doch Eurosport-Experte Michael Rösch sieht trotz der aktuellen Lage Lichtblicke und fordert zum Weitermachen auf.

Große lücke zur spitze

"Keine Frage: Das ist eine große Lücke", analysiert Rösch die Situation. Vor allem der Mangel an Nachwuchsathleten bereitet Sorgen. "Wir haben auch nicht eine Masse an jungen Athleten vorzuweisen, die nachrücken." Dennoch gibt es einzelne Hoffnungsträger, die Mut für die kommenden Jahre machen und zeigen, dass Deutschland das Potenzial hat, mit Frankreich und Norwegen mithalten zu können.

Lichtblick leonhard pfund

Lichtblick leonhard pfund

Ein vielversprechender Name ist Leonhard Pfund. Der 22-Jährige feierte sein Weltcup-Debüt in Nove Mesto und lieferte mit Platz 13 im Einzel und Platz 15 im Massenstart sofort starke Ergebnisse ab. Dies zeige, dass die Nachwuchsarbeit des DSV funktioniert, aber der Übergang vom Junioren- zum Seniorenbereich eine Herausforderung darstellt. "Anderen Nationen ist das schon gelungen", so Rösch.

Karriereende preuß – ein zeichen der zeit?

Karriereende preuß – ein zeichen der zeit?

Die Entscheidung von Franziska Preuß, ihre Karriere zu beenden, ist ein weiteres Zeichen für den Umbruch im deutschen Biathlon. Rösch betont, dass der Transfer vom Junioren- in den Seniorenbereich entscheidend ist. "Bewusst und konsequent" müsse hier gearbeitet werden, um zukünftig erfolgreichere Athleten hervorzubringen.

Fehlende erfahrung und erfolgserlebnisse

Athleten wie Philipp Horn und Philipp Nawrath kämpfen zwar regelmäßig um das Podium, doch es fehlt oft das entscheidende Glück im richtigen Moment. Rösch sieht die Ursache darin, dass die aktuelle Generation im Vergleich zu früheren Erfolgsgenerationen wie der mit Erik Lesser, Simon Schempp, Arnd Peiffer und Benedikt Doll weniger Erfolgserlebnisse vorweisen kann. "Sie haben nie die große Chance gehabt, sich in den Vordergrund zu schieben.", erklärt er.

Eine generation im wandel

Deutschland war in der Vergangenheit im Biathlon sehr erfolgreich, doch Rösch plädiert dafür, zu akzeptieren, dass solche Erfolgsserien nicht ewig andauern. "Vielleicht sollte man mal akzeptieren, dass eine solche Generation gerade einfach nicht da ist." Der fehlende Einfluss von Ausnahmekönnerinnen wie Laura Dahlmeier und Magdalena Neuner habe ebenfalls dazu geführt, dass sich andere Athletinnen im Schatten entwickeln konnten.

Optimismus trotz schwierigkeiten

Trotz der aktuellen Herausforderungen ist Rösch überzeugt vom deutschen Team. "Es ist aktuell einfach eine schwierige Phase, da diese großen Namen nicht da sind. Trotzdem bin ich überzeugt von diesem Team." Er fordert, an den richtigen Schlüssen für die nächsten vier Jahre zu arbeiten, um wieder an die Spitze zurückzukehren.

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