Bhc schockt leipzig mit 35:28 – pütz-team rast aus dem abstiegsstrudel
Während in der Porsche-Arena noch die Sektkorken knallen, schwappt die Welle der Erleichterung bis nach Wuppertal. Der Bergische HC hat den Keller-Kracker in Leipzig gewonnen, 35:28, mit einer Kaltblütigkeit, die selbst den krisenerprobten Trainer Markus Pütz stutzen ließ.
Rudeck wird zur mauer, leipzig verzweifelt
Christopher Rudeck hieß gestern nicht umsonst Christopher. Der 31-Jährige wehrte 17 Würfe ab, verwandelte sich in eine menschliche Plexiglasscheibe. „Wenn der Mann im Tor so steht, kannst du den Ball auch aus dem zweiten Stock werfen – er hat ihn“, sagt Pütz und schüttelt den Kopf, als hätte er einen Geistesblitz gesehen.
Die Zahlen sind gnadenlos für Leipzig: 28 Gegentore kassiert, 7 Tore von Lukas Becher, 4 Punkte Abstand zum BHC. Die Roten Karten gegen Tim Hertzfeld und der anschließende Angriff auf den erschöpften Moritz Preuss – alles lief nach Plan. „Wir haben die Auftakthandlungen schon im Ansatz erstickt“, erklärt Pütz. Bogojevic, Bombac – keiner kam durch.

Sechs niederlagen vorher, nun der befreiungsschlag
Die Vorwoche war eine einzige Gehirnwäsche. Sechs Pleiten in Serie, die Kabine voller Fragende, die Fans voller Zweifel. Dann diese 60 Minuten in der Arena am Elsterbogen, in denen plötzlich alles wieder Sinn ergab. „Die Jungs sind gefühlt fünf Jahre älter geworden“, sagt Pütz und meint nicht die Kaderplanung, sondern die Ruhe, mit der sie die Leipziger Halle zum Schweigen brachten.
Frank Carstens, der Leipzig-Coach, schaute danach wie jemand, der vergessen hat, die Handtasche einzupacken. „Völlig verdient“, sagte er nur, und seine Stimme klang, als hätte jemand den Stecker gezogen.
Für den BHC bedeutet der Sieg nicht nur vier Punkte Vorsprung auf die rote Zone, sondern vor allem: Luft. Erste Luft nach Wochen unter Wasser. Die Saison ist noch lang, aber wer so einen K.o.-Schlag auspackt, der traut sich wieder zu träumen. Und träumen darf man in Wuppertal seit gestern wieder laut.
