Bfc dynamo schockt greifswald mit spätem sieg – abstiegskampf bleibt spannend
Ein Schlag in die Magengrube von Greifswald! Der BFC Dynamo dreht in der 87. Minute auf und räumt drei goldene Punkte ab. Das 1:0 im Volksstadion wirft den Greifswalder FC tiefer in den Abstiegsstrudel und lässt die Berliner auf Platz 14 durchatmen.
Liebelt wird zur 87. minute zum matchwinner
Die Partie plätscherte lange vor sich hin. 1.100 Zuschauer schauten 45 Minuten lang ein Remis an, das keiner wollte. Greifswald drückte, aber Amadou und Co. standen. Nach der Pause schaltete der BFC einen Gang höher. Plötzlich rollte der Ball durch die eigene Mitte, statt nur wegzuschlagen. Die Großchance ließ auf sich warten. Dann, drei Minuten vor Ende, staubte John Liebelt ab. Der 24-jährige Innenverteidiger stand am zweiten Pfosten goldrichtig und schob ein, als hätte er nie etwas anderes gemacht.
Die Aktion war kein Zufall. Dynamo-Coach Christian Benbennek hatte seine Seite umgestellt, die Außenverteidiger höher geschoben, die Doppelsechs enger an die Spitze. Greifswald wirkte in den letzten zehn Minuten wie gelähmt. Die Berliner hatten plötzlich 60 % Ballbesitz, nachdem sie vorher nur reagierten. Der Treffer war die logische Konsequenz aus einer Druckphase, die die Gastgeber nie kompensierten.

Die tabelle lügt nicht – vier punkte vorsprung reichen nicht zum durchatmen
Mit 23 Punkten springt der BFC auf Rang 14, nur einen Punkt vor dem ersten Abstiegsplatz. Greifswald bleibt bei 19 Zählern und rutscht auf 16. Die Differenz klingt klein, wirkt riesig: In der Regionalliga Nordost zählt jeder Punkt doppelt, weil unten keine Luft ist. Die nächsten Wochen entscheiden über Existenz oder Lizenz-Abstieg. Für Dynamo geht es am kommenden Sonntag gegen den Babelsberger SV, der ebenfalls im Sumpf steckt. Greifswald muss nach Cottbus, wo die Lausitzer gerade Rostock auf Distanz hielten.
Die Fans der Berliner sangen nach Abpfiff „Wir bleiben unten drin“, aber die Stimmen klangen schon etwas entspannter. Die Mannschaft hatte bewiesen, dass sie in der Lage ist, ein Spiel aus dem Nichts zu drehen. Das Selbstvertrauen ist zurück – zumindest für eine Woche. In der Regionalliga reicht eine Niederlage, um wieder ganz unten zu landen. Die Saison ist noch lang, aber dieses späte Tor könnte der Startschuss für eine Aufholjagd sein. Wer jetzt zögert, verliert. Der BFC hat den ersten Schritt gemacht.
