Berliner keller-doppelschlag: hertha ii und bfc versenken sich selbst
Die Regionalliga Nordost lacht nicht mehr mit den Berlinern. Am Dienstagabend schoben Hertha BSC II und der BFC Dynamo ihre Köpfe gemeinsam ins Fallbeil: 0:1 gegen Greifswald, 1:2 gegen Magdeburg II – zwei Heimspiele, zwei Niederlagen, ein gemeinsames Gefühl von Leere.
Herthas quälgeist taucht erst in der nachspielzeit auf
73 Minuten lang spielte Hertha II wie ein Team, das vergessen hatte, wie man trifft. Die Bude von Soufian Benyamina in der 45.+2 war ein Schock, aber kein Unfall – eher die logische Folge aus 45 Minuten Ballbesitz ohne Biss. Die Kurve jubelte noch, weil die Serie von vier Siegen mit 13 Toren in den letzten Partien frisch im Gedächtnis hing. Dann pfiff Referee Ganslowitz ab, und die Zahlen fielen wie Scherben: null Tore, null Punkte, Rang neun.
Die Jungs von Coach Ante Covic verloren nicht nur das Spiel, sondern auch die Aura der Unbesiegbarkeit. Tim Hoffmann, sonst Mittelpunkt der Offensive, lief 90 Minuten, sah aber aus, als würde er durch Watte sprinten. Greifswald spielte das bessere Katastrophen-Management: tief stehen, einen Konter nutzen, drei Punkte einpacken. Die Hertha versinkt damit weiter im Tabellen-Mittelmaß, während Greifswald auf Platz 15 endlich Luft holt.

Bfc verschenkt den lucky punch – und kassiert den k.-o. in der 95.
Keine zwei Stunden später im Sportforum Hohenschönhausen: Leander Fitzsche donnert den Ball zur 1:0-Führung ins Netz, die Alte Försterei tobt, und auf der Tribüne glaubt man 80 Minuten lang an die kleine Sensation gegen Magdeburbs Reserve. Dann kommt Stefan Korsch mit dem Ausgleich, und in der fünften Minute der Nachspielzeit – eigentlich schon nach Feierabend – schlägt Marvin Pohl zu. 1:2. Die BFC-Fans verstummen mitten im Ruf „Wir sind Dynamo“, als hätte jemand den Saft abgedreht.
Die Niederlage schmerzt doppelt: Der BFC verpasst den Sprung auf Platz acht und bleibt mit einem mageren Punkt Vorsprung auf Greifswald stehen. Die Magdeburger Zweitvertretung dagegen schießt sich warm für den Kampf um die Aufstiegsränge – mit Auswärtsmut, der an frühere DDR-Derbys erinnert.
Die Zahlen des Abends: zwei Spiele, zwei Pleiten, 180 Minuten ohne wirkungsvollen Plan. Berlin war einst die Hauptstadt der Aufholjagden – heute ist sie die Stadt der verspielten Führungen. Während die Liga nach vorne eilt, bleiben Hertha II und BFC Dynamo stehen und schauen zu, wie der Abstiegsgaucho immer näher trägt. Die Regionalliga Nordost verschenkt keine Seelen – sie holt sie sich.
