Benatia explota: „olympique ohne herz – das ist ein skandal!

Ein Donnerhall hallte gestern Abend aus Marseille, als der Sportdirektor des Olympique, Medhi Benatia, die Presse mit einem Ausbruch von ungeahnter Schärfe traf. Nach einer erschreckenden Vorstellung seiner Mannschaft gegen Lorient, in der jeglicher Kampfgeist fehlte, offenbarte Benatia seine tiefe Enttäuschung und stellte die Einsatzbereitschaft seiner Spieler in Frage. Die jüngsten Ergebnisse, darunter Niederlagen gegen Monaco und Lille, verstärken die Krise im Hause OM nur noch.

Die abrechnung mit der mannschaft

„Ich hatte gehofft, bis zum Saisonende schweigen zu können“, begann Benatia sichtlich frustriert. Doch das Bild auf dem Platz zwang ihn, sich zu äußern. Die Kritik richtete sich nicht nur gegen einzelne Spieler, sondern gegen die gesamte Mannschaft. „Es ist ein Skandal!“, polterte er. „Ein Team, das sich wie im Urlaub fühlt, während es um die Qualifikation für die Champions League geht – das ist nicht akzeptabel.“

Besonders bitter empfand Benatia die Reaktion seiner Spieler nach dem Spiel gegen Lorient. „Keiner ist in die Umkleidekabine gestürmt, um die Verärgerung auszudrücken. Alles ist ordentlich, die Flaschen stehen an ihrem Platz. Spielen Sie Olympique Marseille und akzeptieren Sie dann eine solche Leistung?“, fragte er rhetorisch.

Die Atmosphäre im Umfeld des Klubs ist angespannt. Nach dem enttäuschenden Ausscheiden aus der Champions League in Brügge und dem fulminanten Abgang von Roberto De Zerbi, der durch Habib Beye ersetzt wurde, scheint die Mannschaft den Faden verloren zu haben. Benatia betonte: „Ich bin nicht beleidigt, wenn man mir sagt, dass ich einen Trainer geholt habe, der für ein langfristiges Projekt gedacht war, das nun leider nicht funktioniert. Auch wenn man mir sagt, dass die Spieler, die ich im September als brillant bezeichnet habe, heute schlecht sind – das nehme ich hin. Aber was ich jetzt auf dem Platz sehe, das zwingt mich, mich zu äußern.“

Konzentration und harte arbeit: benatias plan

Konzentration und harte arbeit: benatias plan

Um die drohende Katastrophe abzuwenden, hat Benatia drastische Maßnahmen angekündigt. „Für die nächsten vier Wochen verschieben wir alle Pläne“, erklärte er. „Wir werden gemeinsam auf dem Trainingsplatz arbeiten, von morgens bis abends, mit einer guten Siesta zwischendurch. Es ist an der Zeit, dass wir uns alle reinhängen.“

Benatia zeigte dabei auch Verständnis für die harte Arbeit, die andere leisten. „Es gibt Leute, die jeden Tag um 7 Uhr anfangen und bis 19 Uhr arbeiten – und verdienen dabei nicht das, was wir verdienen. Wenn es dem Team hilft, wenn wir mehr Zeit miteinander verbringen, dann werden wir es tun.“

Doch Benatias Worte waren auch eine Mahnung: „Wenn man ein Spiel wie gegen Lorient macht, muss man an allem arbeiten und sich wieder daran erinnern, was es bedeutet, Fußballer zu sein und dieses Privileg in einem Verein wie diesem ausleben zu dürfen. Wir werden sagen: ‚Junge, der ist gut!‘ Aber hier hat man sich nicht angestrengt.“

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein für die Zukunft des Olympique Marseille. Ob Benatias harte Worte und seine disziplinären Maßnahmen den gewünschten Effekt haben werden, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Der Sportdirektor hat die Messlatte hoch gelegt und signalisiert, dass er nicht bereit ist, eine passive und unkämpferische Einstellung seiner Mannschaft zu akzeptieren.