Beloki gesteht: krankheit bremste giro-ambitionen
Markel Beloki, einst gefeierter Hoffnungsträger im Giro d'Italia, hat eingeräumt, dass seine Leistung in den letzten Tagen deutlich unter seinen Möglichkeiten lag. Der junge Baske offenbarte kurz vor der 17. Etappe eine unerwartete Schwächephase, die seine Ambitionen im Kampf um die Top-10 deutlich beschädigt hat.
Die bittere wahrheit hinter dem lächeln
„Schon seit der Etappe nach Pila wusste ich, dass etwas nicht stimmte“, gestand Beloki gegenüber MARCA. Zunächst hatte er die Probleme auf eine schlechte Tagesform geschoben, doch nun wurde die Ursache deutlich: Beloki fiel in das gleiche Krankheitsmuster, das bereits einige seiner Teamkollegen heimgesucht hatte. Ein klassischer Rennfahrer-Fluch – Schnupfen, Kopfschmerzen und ein allgemeines Unwohlsein, das in einer Grand Tour zur stillen Tortur werden kann.
Während seine Kollegen bereits die Auswirkungen der Krankheit überwunden hatten, traf es Beloki zum ungünstigsten Zeitpunkt, mitten in der härtesten Woche des Giro. Das Peloton wartet nicht, die Berge kommen wie vereinbart und der Körper rebelliert, selbst wenn der Kopf noch voller Kampfgeist ist. Beloki spürte das am eigenen Leib und musste sich in den letzten Tagen sogar dazu zwingen, das Tempo zu drosseln, als sein Körper versagte.
Doch trotz der Enttäuschung zeigte sich Beloki überraschend gefasst. „Ich bin überhaupt nicht besorgt. Heute habe ich mich zumindest etwas besser gefühlt und werde weiter versuchen, mein Bestes zu geben“, erklärte er. Ein Zeichen von Reife und Erfahrung, denn der junge Spanier weiß, dass das Radrennen auch eine Lektion im Überleben ist.
Die Erkenntnis, dass das Ziel, unter den Top-10 zu landen, nicht mehr erreichbar ist, scheint Beloki sogar eine gewisse Freiheit zu verleihen. „Sobald ich mich von diesem Druck befreit habe, wusste ich, dass ich mehr Freiheit habe“, so der Fahrer. Eine paradoxe Wendung, die ihm vielleicht neue Kraft geben könnte.
Die kommenden Etappen, mit ihren Anstiegen im Bereich von 5 bis 6 Prozent, bieten zwar nicht die idealen Bedingungen für Belokis Stärken, doch er will sich nicht geschlagen geben. „Wenn ich mich gut fühle, werde ich natürlich versuchen, in den Kampf um die vorderen Plätze einzugreifen“, kündigte er an.

Der blick nach vorn: vertrag und fokus
Die Gerüchte über seinen Wechsel zu Netcompany Ineos sind bereits in den Medien, doch Beloki möchte sich im Moment ausschließlich auf den Giro konzentrieren. „Ich denke überhaupt nicht darüber nach“, betonte er. Sein Fokus liegt auf dem Abschluss des Giro, der Regeneration und der weiteren sportlichen Entwicklung. Die Details seines Vertrags werden von seinem Management geregelt – er will sich auf das Wesentliche konzentrieren: das Fahren.
Beloki hat bewiesen, dass er ein Kämpfer ist, der auch in schwierigen Zeiten nicht aufgibt. Sein Auftreten in den letzten Tagen zeigt, dass er aus dieser Erfahrung lernen und gestärkt hervorgehen wird. Die letzten Tage des Giro werden zeigen, ob er seine Form wiederfinden und einen respektablen Platz im Gesamtklassement erreichen kann.
