Beier raus, protest laut: bvb-top-talent von nagelsmann ignoriert

Maximilian Beier trifft, sprintet, befeuert – und bleibt trotzdem zuhause. Julian Nagelsmann nominierte den Dortmunder Dauerläufer nicht für die Länderspiele im März, was im BVB-Lager für offene Irritation sorgt.

Niko Kovac stemmte sich am Samstag nach dem 3:2 gegen den HSV gegen die Entscheidung. „Seine Leistung spricht für sich“, sagte der Coach und schüttelte sichtbar den Kopf. „Ich persönlich hätte ihn mitgenommen.“ Dann setzte er nach: „So einen Spieler braucht man bei der WM.“

Die zahlen sprechen für beier

Die zahlen sprechen für beier

15 Scorerpunkte in dieser Bundesliga-Saison, acht Tore, sieben Vorlagen – und das, obwohl er oft außerhalb seiner Lieblingsposition agiert. Gegen Hamburg zog er binnen 28 Minuten zwei Elfmeter, presste die Backline in die eigte Hälfte und schlug sogar kurz als Linksverteidiger auf. „Er ist unser Turbo, weil er nie stehen bleibt“, beschrieb es Lars Ricken und betonte: „Ein ganz wichtiger Baustein in unserem Spiel.“

Doch Nagelsmann bleibt hart. Aus dem Trio Beier, Adeyemi, Schade will er maximal zwei Konterstürmer für den WM-Kader mitnehmen. Derzeit hat sich Kevin Schade den Vorteil verschafft – mehr Einsatzzeiten im Nationaltrikot, mehr Testlaufzeit. „Stand heute“ lautet Nagelsmanns Lieblingsformel, die Beier auf die Warteliste setzt.

Borussia Dortmund muss nun mit einem Frustkick leben, der sich durch den ganzen Klub zieht. Beier selbst schwieg nach dem HSV-Spiel, schlug aber jeden Ball an, als wolle er Nagelsmann persönlich zu überzeugen. Seine Mitspieler feierten ihn trotzdem wie einen Matchwinner – weil er es war, auch ohne Tor.

Die Entscheidung ist gefallen, doch der Kampf geht weiter. In den letzten acht Wochen vor der WM kann sich das Blatt noch drehen. Wenn Beier seine Laufquote hält, wird Nagelsmann ihm kaum erneut ausweichen können. Dann fliegt der Dauerläufer doch noch nach Amerika – und Dortmund hätte seinen WM-Turbo wieder zurück.