Bayern-torregen schlägt ein wie eine bombe: europas angst vor münchen wächst

6:1 in der Allianz Arena. Die Zahl brennt sich in die Netzhaut jener Teams, die noch gegen die Bayern müssen. Nach 90 Minuten, in denen Kompany seine Offensive entfesselte, steht fest: Die Münchner führen die Torschützen-Liste Europas an – und keiner kommt ihnen nahe.

Was sich da am 17. März gegen Mailand anbahnte, war kein Ausrutscher, sondern die logische Konsequenz aus einem System, das Gegner zerfetzt wie Papier. 34 Treffer in den letzten acht Pflichtspielen. Elf verschiedene Torschützen. Ein xG-Wert (Expected Goals) von 3,4 pro Spiel. Zahlen, die selbst die Analysten des FC Barcelona ins Stottern bringen.

Kompany lässt die handbremse lösen

Der Belgier verzichtet auf den tiki-taka-Perfektionismus seiner Vorgänger. Stattdessen fordert er: „Verticalität um jeden Preis.“ Musiala bekommt eine Freirolle zwischen den Linien, Sané startet schon im eigenen Strafraum, und Kane läuft nicht mehr nur in die Tiefe – er zieht sich raus, öffnet Räume für die Spätstarter. Das Ergebnis ist ein Sprint-Kapitalismus, der in jeder Sekunde neue Entscheidungsträger produziert.

Die Gegner? Sie reagieren, anstatt zu handeln. Mailand stellte am Dienstag drei Sechser auf – und sah trotzdem 17 Torschüsse. Die Bayern spielten, als gäbe es kein Rückspiel. Jetzt, da die Qualifikation gelaufen ist, droht dem Rückspiel die Gefahr, zur Statistik-Show zu verkommen. Kein Wunder, dass die UEFA intern bereits Szenarien durchrechnet: Was passiert, wenn München im Viertelfinale auf eine Defensive trifft, die in dieser Saison erst zwei Gegentore kassiert hat?

Die Antwort liefert ein Blick auf die Bank. Tel, der 18-Jährige, der in 237 Minuten bereits drei Tore erzielt. Laimer, der als „Pressing-Maschine“ in der zweiten Hälfte die Luft raubt. Und Kroos? Der Weltmeister schaut vom spanischen Fernsehsessel zu, aber seine DNA steckt in jedem Pass, den Kimmich jetzt spielt.

Die angst der europäischen elite hat ein gesicht

Die angst der europäischen elite hat ein gesicht

Es trägt eine rote Kappe und heißt Harry Kane. Der Engländer jagt nicht nur Lewandowskis Torrekord, er jagt die Mentalität eines ganzen Kontinents. „Wir wollen nicht nur gewinnen, wir wollen glänzen“, sagte er nach dem 6:1. Glanz, der in diesem Fall bedeutet: dem Gegner die Seele aus dem Leib zu spielen.

Am Ende bleibt eine Feststellung, die selbst die letzten Zweifler verstummen lässt: Wer München stoppen will, braucht mehr als eine defensive Mauer. Er braucht eine Zeitmaschine – und die gibt es nicht einmal auf dem Transfermarkt.