Bayerns übermacht: albas finale wird zur bewährungsprobe

Berlin bangt, München grinst. Alba Berlin hat sich zwar sensationell ins Finale der BBL-Playoffs gekämpft, doch der FC Bayern München steht nun im Weg – und dessen Schatten ist lang. Die Ausgangslage könnte kaum aussichtsreicher sein, doch die Berliner wollen mit Stolz und Leidenschaft zurückschlagen.

Die bamberger demontage als auftakt

Die Bilder des fünften Spiels gegen Bamberg sind noch frisch: Ein Alba Berlin in Höchstform, das seine Gegner förmlich verschmähte. Ein 39-Punkte-Vorsprung! Wer hätte das vor dem Spiel gedacht? Doch dieser Sieg hat nicht nur die Bamberger demoralisiert, sondern auch die Erwartungen an Alba für das Finale gegen Bayern ins Unermessliche gesteigert.

Der FC Bayern hingegen, ein Basketball-Orchester voller talentierter Solisten, präsentiert sich als eine ganz andere Hausnummer. Mit einem Etat, der Albas fast vierfach übersteigt, hat der FC Bayern eine Mannschaft zusammengestellt, die auf jeder Position individuell überlegen ist. Andi Obst, allein, ist ein Faktor, den Alba kaum neutralisieren kann.

Psychologische kriegsführung beginnt

Psychologische kriegsführung beginnt

Doch es geht nicht nur um Zahlen und Statistiken. Die psychologische Kriegsführung hat bereits begonnen. Die Münchener haben eine spielfreie Woche, während Alba sich von der Anstrengung gegen Bamberg erholen musste. Die Medien überschlagen sich fast mit Prognosen, die Alba kaum eine Chance einräumen. Ein Spiel im Unterhaus, während Bayern im Palast des Sports residiert.

Ein Berliner Kneipenchor gegen ein bayerisches Orchester – so könnte man die Konstellation beschreiben. Alba muss dem von Stars geprägten Spiel des FC Bayern eine Mannschaft entsprechen, die geschlossen auftritt, die kämpft und die niemals aufgibt. Die Berliner-Offensive muss auf einfache, sichere Töne setzen, während die Verteidigung disruptiv und hart agieren muss.

Es wird kein leichter Weg. Bayern hat in dieser Saison zwar auch schon einige knappe Niederlagen einstecken müssen, doch die Erfahrung und die individuelle Klasse der Münchner sind unbestritten. Aber: Auch der FC Bayern kennt die Nervenflattern. Und Albas Resilienz, die sich im Verlauf dieser Playoffs mehrfach bewiesen hat, könnte der entscheidende Faktor sein.

Die Best-of-Five-Serie beginnt am Freitag in München. Ein schwieriger Auftakt, aber Alba hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es auch mit dem Rücken zur Wand funktionieren kann. Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die eigenen Stärken zu kennen, die Schwächen des Gegners auszunutzen und vor allem: Als Team zu spielen – als ein Berliner Kneipenchor, der dem bayerischen Orchester das Fürchten lehrt. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und in Berlin hofft man auf ein Wunder.