Bayerns díaz fliegt nach skandal-szene: schwalbe oder betrug?

Luis Díaz wird in der 84. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt – wegen einer Schwalbe, die keine war. Der Kolumbianer hatte soeben das 1:1 in Leverkusen erzielt, das am Ende auch der Endstand bleibt. Doch statt als Held vom Platz zu gehen, wird er zum Buhmann. Schiedsrichter Christian Dingert sieht einen «Simulation», obwohl Bayer-Keeper Janis Blaswich ihn am Schienbein trifft. Der VAR darf nicht eingreifen. Díaz muss runter, Bayern mit zehn Mann.

Die sekunden, die alles entscheiden

Díaz nimmt den Ball im Strafraum mit, umkurvt Blaswich, der Torhüter streckt sich, berührt den Angreifer leicht – und der Kolumbianer geht zu Boden. Kein theatralischer Sprung, eher ein Verlieren des Gleichgewichts. Dingert zückt sofort Gelb-Rot. Die Leverkusener Bank jubelt, auf der Tribüne fordert Geschäftsführer Fernando Carro lauthals den Platzverweis – und bekommt ihn. Die Münchener protestieren, doch der Schiri bleibt hart. Die Regel ist eindeutig: Bei einer Schwalbe ist der VAR machtlos.

Doch war es wirklich eine Schwalbe? Die Bilder zeigen: Blaswich trifft Díaz, wenn auch nur minimal. Genug für einen Elfmeter? Vielleicht. Genug für Gelb-Rot? Fragwürdig. Die Entscheidung wirkt wie ein Akt der Macht, nicht der Gerechtigkeit.

Díaz’ achterbahn beginnt schon früher

Díaz’ achterbahn beginnt schon früher

Die Karte in der 84. Minute ist nicht sein erstes Auf und Ab. Fünf Minuten vorher hätte er schon fliegen können: Hohes Bein gegen Aleix Garcia, der am Boden liegt. Dingert gibt Gelb, die Leverkusener fordern Rot. Auch hier bleibt die Entscheidung umstritten. Díaz selbst scheint wie paralysiert, sein Tor zum 1:1 in der 69. Minute – ein Lupfer über Blaswich – wirkt plötzlich wie Nebensache.

Bayern-Trainer Vincent Kompany reagiert mit einem wütenden Schlenker auf der Seitenlinie. Sein Blick sagt: «Wieder so ein Tag.» Denn auch Nicolas Jackson flog in der ersten Halbzeit mit Rot vom Platz – diesmal wegen eines brutalen Fouls, das niemand bestreitet. Die Münchner spielen also die letzten zehn Minuten mit neun Mann. Ein Punkt in Leverkusen ist unter diesen Umständen kein schlechtes Ergebnis, doch die Art und Weise, wie er zustande kommt, nagt an allen.

Die Liga wird diskutieren, die Schiedsrichterkommission wird sich rechtfertigen, und Díaz wird nächste Woche zuschauen müssen. Die Schwalbe, die keine war, wird ihm nachhängen – und vielleicht auch der Saison den Richtungsweis geben.