Bayern-basketball: tarlac geht, leibenath kommt – ulm tobt!
Schock in München, Empörung in Ulm: Dragan Tarlac, der Sport-Geschäftsführer des FC Bayern Basketball, packt am Saisonende überraschend seine Koffer. Sein Nachfolger? Thorsten Leibenath, der Mann, der Ratiopharm Ulm in den letzten 15 Jahren zu einer Macht in der Easycredit BBL geformt hat. Ein Transfer, der die Liga aufwirbelt und in Ulm für ordentlich Staub sorgt.
Die ulmer reaktion: mehr als nur enttäuschung
Die Pressemitteilung von Ratiopharm Ulm ließ wenig Raum für Interpretationen. Fünf Sätze, sachlich, distanziert – und ohne ein einziges Lobwort für den scheidenden Sportdirektor. Ein klares Signal: Leibenaths Abschied wird dort alles andere als gefeiert. Der Verein versucht, die Situation herunterzuspielen und den Fokus auf die anstehenden Play-offs zu lenken, doch die Zeichen stehen auf Sturm.
Doch die offizielle Fassade bröckelt. Ulm-Boss Dr. Thomas Stoll, bekannt für seine unkonventionelle Art, ließ es auf „X“ (ehemals Twitter) krachen. Ein Meme mit regnenden Geldscheinen, gefolgt vom Klassiker „Bayern“ von den Toten Hosen – eine deutliche Ansage an den Münchner Konkurrenten und an Leibenath selbst. Stoll kommentierte den Link mit den Worten: „Song, der alles sagt. Mehr dazu erst nach Saisonende.“ Ein Kampf der Worte, der die Rivalität zwischen den beiden Vereinen weiter anheizt.

Leibenath: der rohdiamanten-finder und sympathieträger
Für den FC Bayern ist die Verpflichtung von Leibenath ein Coup. Nicht nur bekommt der deutsche Meister einen erfahrenen Top-Manager, sondern auch einen Mann, der für sein kreatives Scouting bekannt ist. Leibenath hat in Ulm immer wieder Rohdiamanten entdeckt und zu Leistungsträgern geformt. Und im Gegensatz zu seinem Vorgänger Tarlac, der oft als distanziert und farblos wahrgenommen wurde, gilt Leibenath als absoluter Sympathieträger. Ein frischer Wind für den amtierenden deutschen Meister.
Die offizielle Bestätigung des Wechsels erfolgte erst nach der Saison, um die Vorbereitung auf die Play-offs nicht zu gefährden. Doch die Spannung ist bereits jetzt spürbar. Ulm startet am Samstag als Außenseiter in die Viertelfinal-Serie gegen die BMA365 Bamberg Baskets (18.30 Uhr/live bei Dyn). Die Entscheidung über den Gegner von Bayern in den Play-Ins fällt diese Woche.
Die Schlammschlacht zwischen Ulm und Bayern hat gerade erst begonnen, und es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Machtwechsel langfristig auf die Bundesliga auswirken wird. Eines ist jedoch klar: Mit Thorsten Leibenath hat der FC Bayern Basketball einen Mann an Land gezogen, der das Potenzial hat, den Verein in eine neue Ära zu führen – und Ratiopharm Ulm steht vor einer gewaltigen Herausforderung.
