Bayerische motoren werke: nedeljković übernimmt das ruder – neue klasse im fokus
München – Ein Wechsel an der Spitze des deutschen Automobilkonzerns Bmw: Milan Nedeljković wird zum 13. Mai 2026 Nachfolger von Oliver Zipse als Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Motoren Werke AG. Ein Wechsel, der nicht überrascht, aber dennoch eine neue Ära einläutet, insbesondere im Hinblick auf die strategisch wichtige „Neue Klasse“.
Der abschied von zipse: ein erbe und ein streit
Oliver Zipse blickt nach 35 Jahren im Unternehmen auf eine bewegte Zeit zurück. Er führte Bmw durch die turbulenten Jahre der Corona-Pandemie und setzte stark auf die Expansion über europäische Grenzen hinaus sowie die Förderung der Elektromobilität. Sein Name wird untrennbar mit der „Neuen Klasse“ verbunden sein, einer ambitionierten Strategie, die das Herzstück der zukünftigen Fahrzeuggenerationen bilden soll. Doch sein Abschied ist von Kontroversen begleitet. In einer scharfen Kritik übte Zipse kurz vor seinem Ausscheiden gegen die Pläne der Europäischen Kommission, die er als innovationsfeindlich und marktwidrig bezeichnete. Insbesondere die geplanten Verbote und Quoten für Verbrennungsmotoren und Elektrofahrzeuge sieht er als kontraproduktiv an.
„Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen fördern keine technologische Offenheit und ignorieren die Marktrealitäten“, so Zipse. „Für über 90 Prozent der Fahrzeuge in der EU wird ein faktisches Verbot gelten. Und nachdem man auf der Angebotsseite ein Verbot verhängt hat, plant man nun, auch auf der Nachfrageseite Beschränkungen einzuführen.“ Seine Worte sind ein deutliches Signal für die Belastung, die die Automobilindustrie durch regulatorische Eingriffe erfährt.

Nedeljković: der mann der tat übernimmt
Milan Nedeljković, der neue Vorstandsvorsitzende, ist kein Unbekannter im Hause Bmw. Seit 2019 ist er bereits Mitglied des Vorstands und verantwortet die Produktion. Seine Beförderung signalisiert, dass Bmw auf eine pragmatische und ergebnisorientierte Führung setzt. Nicolas Peter, Vorsitzender des Aufsichtsrats, lobt Nedeljković als „verlässlichen und zielorientierten Manager“, der „großen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, sowohl ökonomischer als auch ökologischer Art“ lege. Er wird die Aufgabe haben, die von Zipse eingeschlagene Richtung fortzusetzen und die „Neue Klasse“ erfolgreich zu implementieren.
Nedeljković selbst beschreibt die „Neue Klasse“ als „neuen technologischen und emotionalen Standard“, der die Grundlage für die zukünftigen Bmw-Modelle bilden wird. Es gilt, diese Vision zu realisieren und gleichzeitig die wirtschaftlichen Herausforderungen zu meistern, die sich aus dem globalen Wettbewerb und den regulatorischen Rahmenbedingungen ergeben. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Nedeljković die Erwartungen erfüllen kann und Bmw in eine erfolgreiche Zukunft führt.
Die Entscheidung, Raymond Wittmann in den Vorstand zu berufen, rundet die Führungswechsel ab und unterstreicht die Kontinuität im Unternehmen. Wittmann, ebenfalls ein erfahrener Manager aus den eigenen Reihen, wird Nedeljković in seinen Aufgaben unterstützen und die Produktionsprozesse weiter optimieren.
