Hamilton kritisiert ferrari-simulator: "führt mich in die falsche richtung"
Ein Schock für die Scuderia! Lewis Hamilton hat in deutlicher Kritik den Ferrari-Simulator in Frage gestellt und angekündigt, ihn vorerst zu meiden. Der siebenfache Weltmeister äußerte sich nach enttäuschenden Qualifikations- und Rennleistungen in Japan und Miami äußerst unzufrieden mit den Ergebnissen, die er im Simulator erzielt hatte – und deutet damit eine tieferliegende Problematik an.

Simulator-training kontra realität: ein wachsendes problem
Die Erwartungen an Hamiltons Debüt bei Ferrari waren hoch, doch die bisherige Saison verlief bisher holprig. Nach einem kurzen Aufwärtstrend mit einem Podestplatz in China scheint der Brite nun wieder in alte Muster zurückzufallen. Der Knackpunkt: Seine Erfahrungen mit dem hochmodernen Simulator, der nach Angaben des Teams Millionen gekostet hat, stehen im Widerspruch zur Realität auf der Strecke. „Ich habe viel Zeit in der Fabrik auf dem Simulator verbracht, aber ehrlich gesagt, glaube ich, er führt mich in die falsche Richtung“, erklärte Hamilton nach dem Rennen in Miami. „Jedes Mal, wenn man die Strecke simuliert, sich auf den Kurs vorbereitet und das Auto auf diese Weise abstimmt, funktioniert diese Abstimmung dann nicht, wenn man tatsächlich fährt.“
Die Konsequenz: Hamilton hat beschlossen, den Simulator bis zum nächsten Rennen in Kanada komplett zu ignorieren. Ein drastischer Schritt, der die Frage aufwirft, wie Ferrari mit dieser Kritik umgehen wird. Die Investitionen in die Simulationstechnologie waren enorm, und Hamiltons Aussagen werfen ein schlechtes Licht auf die Effektivität dieser Technologie.
Luigi Perna und Mario Salvini berichten aus Mailand: Die positiven Gefühle, die Hamilton nach dem Podestplatz in China zeigte, scheinen verflogen. Die Diskrepanz zwischen Simulator-Ergebnissen und der tatsächlichen Performance auf der Strecke ist ein Problem, das Ferrari dringend angehen muss, wenn das Team in den kommenden Jahren tatsächlich um den Weltmeistertitel kämpfen will. Es geht nicht nur um die Optimierung der Abstimmung, sondern auch um die Frage, ob der Simulator überhaupt die Realität korrekt widerspiegelt. Die Ferrari-Ingenieure stehen vor einer gewaltigen Herausforderung, die Simulationstechnologie zu verbessern oder alternative Trainingsmethoden zu finden.
Die Entscheidung Hamiltons, den Simulator zu meiden, ist ein deutliches Signal an das Team. Es bleibt abzuwarten, ob dieser radikale Schritt zu einer Verbesserung der Leistung führen wird oder ob Ferrari gezwungen ist, seine Simulationsstrategie grundlegend zu überdenken.
