Baumgartner operiert – leipzigs offensivmotor fällt komplett aus
Der Schock saß tief, jetzt ist die Rechnung da: Christoph Baumgartner wird die gesamteVorbereitung und vermutlich den Saisonstart 26/27 in der Kabine verbringen. Nach seiner Oberschenkel-OP verlässt der Österreicher Leipzig vorerst nicht – die Reha startet sofort und wird die Bullen während der Sommervorbereitung begleiten.
Die verletzung, die die wm platt machte
Es war nur ein lockeres Aufwärmen. Beim Testspiel gegen Tunesien zog Baumgartner beim simplen Sprint eine Muskelfaser im hinteren Oberschenkel. Was zunächst wie ein leichter Riss aussah, entpuppte sich als kompletter Abriss – WM-Aus garantiert, Karriere-Knackpunkt inklusive. RB Leipzig bestätigte am Mittwochabend: Operation erfolgreich, Ausfall lang.
Der 24-Jährige musste sich die Tränen nicht lange verkneifen. „Der schwerste Tag meiner Karriere“, schrieb er auf Instagram – ein Satz, der tausende rote Herzen und Gute-Besserung-Wünsche nach sich zog. Teamkollegen wie Xavi Simons und Benjamin Šeško kommentierten innerhalb von Minuten, das Netz wirkte wie eine kollektive Schulter zum Ausweinen.

Rangnick verliert seinen flexiblen allrounder
Für Ralf Rangnick ist der Ausfall doppelt bitter: Baumgartner war im März gegen Bulgarien noch als „zentraler Motor“ gelobt worden – jetzt fehlt ihm der Spieler, der in der Nations League als falscher Neun, hängende Spitze und sogar als hintere Zehn zum Einsatz kam. „Er ist eine Persönlichkeit, die unsere Spielkultur prägt“, erklärte der Teamchef mit sichtlich schwerer Stimme.
Die Zahlen sprechen für sich: In der laufenden Saison steuerte Baumgartner 12 Scorerpunkte in 29 Pflichtspielen bei – kein anderer ÖFB-Akteur in der Bundesliga war so konstant. Leipzig wird diese Kreativität im Supercup und den ersten Champions-League-Gruppenspielen schmerzlich vermissen.
Der Plan steht: Vier Wochen komplette Schonung, dann Aufbautraining im Trainingszentrum in Leipzig. Ob er rechtzeitig zur Wintervorbereitung aufschlägt, bleibt offen. Ein Lichtblick: Die Muskulatur selbst wurde nicht transplantiert, sondern nur stabilisiert – eine Methode, die die Karriere nicht gefährden soll.
Am Ende bleibt eine bittere Erkenntnis: Die WM-Crew der USA, Mexiko und Kanada kommt ohne einen ihrer technisch versiertesten Akteure aus. Baumgartner verliert das Turnier, Leipzig verliert den ersten Saisonabschnitt, und der Fußball verliert ein paar seiner schillerndsten Dribblings. Die Rechnung ist schnell gemacht – und sie summiert sich auf ernüchternde 1,3 Millionen Euro Gehalt plus Boni, die in der Kabine erstmal stillstehen.
