Cobolli wirft auger-aliassime raus – italienisches halbfinale fixiert
Flavio Cobolli schlägt Félix Auger-Aliassime 4:6, 6:4, 6:4, 6:4. Mit dieser Dreher-Wende erstmals im Halbfinale der French Open. Das Dach über dem Court Philippe-Chatrier sank, und mit ihm die Hoffnungen Kanadas.
Wind, dach, wende
Der erste Satz verlief wie erwartet – Auger-Aliassime servierte bissig, Cobolli fand keinen Rhythmus. Dann zog der Wind über Paris, das Stahldach schloss sich, und plötzlich war der Ball schwerer, die Linien enger. Cobolli schaltete von Grundlinie auf Taktik um: slice statt topspin, kürzere Schwünge, ständiges Vortäuschen. Auger-Aliassime sah aus, als spiele er gegen zwei Gegner: Cobolli und die plötzliche Stille unter dem Dach.
Die Statistik lügt nicht: Cobolli gewann 68 % der zweiten Aufschläge des Kanadiers und verwandelte fünf von sieben Breakbällen. Zahlen, die man sonst nur bei Big-Three-Auftritten liest.

Italien über nacht
Das Viertelfinale zwischen Matteo Berrettini und Matteo Arnaldi, noch nicht gespielt, ist jetzt schon historisch. Egale wer gewinnt – am Sonntag wird ein Italiener im Endspiel stehen. Das gab es bei keinem Grand Slam zuvor.
Cobolli selbst schien die Dimension erst zu ahnen, als er das Interview nach dem Match gab: „Ich habe gemerkt, dass es die Chance meines Lebens ist. Ich bin sehr glücklich.“ Kein Pathos, nur die nüchterne Feststellung eines Mannes, der sieben Major-Starts brauchte, um einen Top-Ten-Spieler zu bezwingen.
Auger-Aliassime tritt ab als letzter Kanadier, der die Vorschlussrunde in Paris erreichen wollte. Er verlässt das Viertelfinale mit einem Blick, der sagt: nächstes Jahr vielleicht, aber nicht heute. Die Favoritenrolle war ihm offenbar zu schwer.
Paris schläft mit dem Wissen, dass ein neues Kapitel italienischer Tennisgeschichte geschrieben wurde – und Cobolli hat die Feder noch nicht sinken lassen.
