Basel foltert sich seit drei jahren im kybunpark – jetzt droht der nächste k.o.
Der FC Basel hat in St. Gallen verlernt, wie man gewinnt. Seit 1.053 Tagen wartet Rotblau dort auf einen Ligasieg – und am Sonntag droht die nächste Demütigung.

St. gallen ist für basel keine fussballstadt, sondern ein albtraum
Die Zahlen sind so hart wie das kantbrüchige Novemberwetter: Sechs Pflichtspiele hintereinunden ging der FCB im kybunpark leer aus, zuletzt im Cup-Achtelfinale 2023 mit 0:2. In der Meisterschaft liegt die Durststrecke noch länger – seit dem 3:2 am 7. August 2021, als Arthur Cabral noch doppelt traf und Basel obenaus lief.
Stephan Lichtsteiner hat diese Statistik noch nicht auf dem Kieker. Sein Amtsstart war holprig, doch mit dem 3:0 gegen Lausanne und dem 2:1 gegen die Grasshoppers hat sein Team erstmals zwei Siege in Serie geholt. Die Euphorie hält sich in Grenzen. «Wir wissen, was auf uns zukommt», sagt der Interimscoach, «St. Gallen läuft zu Hause wie eine Uhr.»
Die Uhr tickt auch für die Europa-League-Plätze. Nach neun Spieltagen trennen nur drei Punkte den Tabellenzweiten St. Gallen vom viertplatzierten Basel. Dazwischen lauert Lugano. Die ersten drei Teams qualifizieren sich fix für den internationalen Wettbewerb, Platz vier muss in die Quali. Ein Verlust am Sonntag würde die Lücke auf sechs Zähler vergrössern – und die Saison plötzlich in den Play-off-Modus zwingen.
Bei den Espen spricht Trainer Görtler von «Taten statt Worte». Sein Kader hat die Leichtigkeit wiedergefunden, nachdem er den jungen Matanović ins Zentrum rückte. Der 20-Jährige erzielte in den letzten beiden Partien zwei Treffer, die Defensive kassierte keinen Gegentreffer. Ein Luxus, den sich Basel derzeit nicht leistet: 13 Gegentore in neun Spielen, nur drei Teams sind schlechter.
Die letzte St. Galler Niederlage kostete Urs Fischer vor drei Jahren den Job. Lichtsteiner will nicht der nächste Basel-Coach sein, der im kybunpark strauchelt. «Wir fahren hin, um die Serie zu brechen – nicht, um sie fortzuschreiben.»
Der FCB braucht einen Sieg, sonst droht der Anschluss an die Spitze zu endgültig zu reißen. Und vielleicht braucht er auch ein bisschen Vergangenheit: Arthur Cabral ist nicht mehr da, aber seine Tore von 202l sind im Archiv noch immer die letzten Basel-Tore in St. Gallen. Ein Trost? Nein, ein Mahnmal.
