Barry sheenes wm-suzuki rg500 kommt unter den hammer – ein stück motorsport-geschichte sucht neuen besitzer

Am 26. April schlägt das Motorsportherz höher. Dann versteigert Bonhams auf der International Classic MotorCycle Show in Stafford die Suzuki RG500, mit der Barry Sheene 1977 seinen zweiten 500-ccm-Weltmeister-Titel holte. Die Maschine, seit vier Jahrzehnten verschwunden aus dem öffentlichen Blick, soll zwischen 160.000 und 200.000 Pfund wechseln – umgerechnet bis zu 230.000 Euro.

Die letzte echte sheene-rg500 am markt

Kein Replikat, kein Museumsexponat mit fragwürdiger Historie. Die XR14, interne Werksbezeichnung für die Renn-RG500, trägt noch die Original-Lackierung in Suzuki-Rot, -Gelb und -Weiß sowie die Startnummer 7, die Sheene selbst zur Legende machte. Ben Walker, Leiter der Motorradabteilung bei Bonhams, spricht von einer „once-in-a-lifetime-Chance“ – und meint damit nicht nur das seltene Auftauchen, sondern die Tatsache, dass kein Mindestgebot festgesetzt wurde. Die Auktion beginnt bei null, der Markt bestimmt den Preis.

Sheene war mit dieser Maschine der letzte Brite, der einen Königsklassen-Titel gewann. Nach ihm übernahmen Kenny Roberts und die Yamahas das Kommando. Die RG500 selbst dominierte 1977 neun von elf Grand Prix, sechs davon fuhr Sheene auf dem Podest. Der finaleSieg in der Saison kam in Jarama, wo er den Titel vorzeitig sicherte. Das Motorrad, das nun versteigert wird, ist genau diese Sieger-Maschine.

Warum dieser termin jetzt zählt

Warum dieser termin jetzt zählt

2026 wäre Sheenes 50. Todestag gewesen, 2027 jährt sich sein zweiter WM-Titel zum 50. Mal. Sammler wissen: Solche Jubiläen treiben die Preise in die Höhe. Wer jetzt zugreift, kauft nicht nur ein Stück Blech, sondern eine Wertanlage, die emotional und finanziell zu Buche schlägt. Hinzu kommt der Trend zur Retro-Renner: Werks-Suzukis der 500-ccm-Ära stehen seit Jahren auf der Wunschliste jener Investoren, die klassische MotoGP-Bikes sicherer finden als Aktien.

Neben der RG500 bringt Bonhams weitere 90 Motorräder aus derselben Privatsammlung unter den Hammer, darunter Werks-Hondas und exklusive Ducatis. Doch alle Blicke richten sich auf das gelb-schwarze „7“ auf Rot. Die Auktion wird live übertragen, Bieter aus Japan, den USA und Großbritannien haben sich bereits angemeldet. Die Versteigerung beginnt um 14:00 Uhr Ortszeit, die Gebote werden in Pfund geführt, umgerechnet in Echtzeit auch in Euro und Yen angezeigt.

Wer die RG500 ersteigert, erhält neben dem Motorrad ein Zertifikat der Suzuki Racing Corporation, Original-Werkstattunterlagen und ein handsigniertes Foto von Sheene aus dem Jahr 1977. Mehr Historie bekommt man nur, wenn man die Zeitmaschine erfindet. Die Auktion endet, wenn kein höheres Gebot mehr kommt. Wer zuletzt lächelt, besitzt das letzte britische 500-ccm-WM-Bike – und damit ein Stück Motorsport-Geschichte, das nie wieder zurückkommt.