Barcelona: tennis in rollstuhl – mehr als nur ein sport
Barcelona pulsiert im Rhythmus
des Tenispiels, und immer mehr Menschen entdecken eine Facette dieses Sports, die bisher im Schatten stand: das Tennis im Rollstuhl. Gordon Reid, einer der weltbesten Spieler, hat im Rahmen des Uniqlo TRAM Barcelona Open exklusiv mit MARCA gesprochen und ein Bild gezeichnet, das weit über die bloße sportliche Leistung hinausgeht.Ein turnier, das türen öffnet
Reid betonte begeistert, wie wichtig es sei, dass ein ITF 1000-Turnier für Tennis im Rollstuhl in Spanien stattfindet. „Es ist fantastisch, dieses Turnier hier zu haben. Die Organisation leistet großartige Arbeit, und man spürt die Leidenschaft der Verantwortlichen. Das ist für uns Spieler etwas Besonderes.“ Er sieht darin eine Chance, den Sport in einem Land mit so viel Tennistradition zu etablieren und ihm den Stellenwert zu verleihen, den er verdient.
Doch es geht um mehr als nur um Sichtbarkeit. Reid unterstreicht die Notwendigkeit, ein Gleichgewicht zwischen unabhängigen Turnieren und solchen, die in den bestehenden ATP- und WTA-Kalender integriert sind, zu finden. „Beide Formate haben ihre Vorteile. Es ist wichtig, den Kern der Tour zu bewahren, dieses Gefühl der Familie, das wir immer hatten.“

Die wachsende akzeptanz in spanien
Spanien, mit Spielern wie Dani Caverzaschi und Martín de la Puente, die zu den Top-Ten der Welt gehören, spielt eine zunehmend wichtige Rolle. „Ich glaube, die spanische Öffentlichkeit versteht das Niveau des Tennis im Rollstuhl immer besser“, so Reid. „Die Erfolge bei den Paralympics in Paris 2024 haben dazu beigetragen, die Sichtbarkeit zu erhöhen.“ Die Leidenschaft für Tennis, die in Spanien so groß ist, überträgt sich auch auf diese besondere Disziplin.
Was sollte ein Neuling über das Tennis im Rollstuhl wissen? „Einfach mal hinsehen!“, fordert Reid. „Es ist atemberaubend, die Athletik, die Kraft und die Technik zu erleben. Die zwei Sprünge und die Art und Weise, wie wir uns im Rollstuhl bewegen, machen den Sport einzigartig.“

Mehr als nur überwindung: leistung und taktik im fokus
Es ist ein positiver Wandel, dass die Diskussion über das Tennis im Rollstuhl zunehmend von der Perspektive der „Überwindung“ hin zu Leistung, Taktik und Unterhaltung verschoben wird. „Die Paralympics in London 2012 und Paris 2024 haben viel dazu beigetragen, dass der Sport nun eher als Sport wahrgenommen wird – und nicht nur als eine Geschichte von Menschen, die trotz ihrer Behinderung kämpfen.“

Die bedeutung von partnerschaften wie mit uniqlo
Die Unterstützung von globalen Marken wie Uniqlo ist entscheidend für die Förderung und Anerkennung des Sports. „Wenn große, globale Marken uns unterstützen, können wir uns nur in eine positive Richtung entwickeln“, erklärt Reid.
Letztendlich geht es darum, das Publikum zu erreichen. „Was fehlt, ist die Zuschauerresonanz. Wir wollen volle Stadien, nicht leere.“ Das Erreichen dieses Ziels erfordert kontinuierliche Anstrengungen und Investitionen.
Die zahlreichen Aktivitäten mit Kindern im Rahmen des TRAM Barcelona Open zeigen, wie wichtig es ist, die nächste Generation zu begeistern. „Viele Spieler wie wir haben von solchen Turnieren Inspiration getragen und davon geträumt, eines Tages selbst dabei zu sein.“
Die Zukunft des Tennis im Rollstuhl? Es geht um mehr als nur die Integration in bestehende Turniere. Es geht um eine echte Investition in den Sport, um die Spieler zu unterstützen und ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten zu schaffen. Die Ergebnisse sprechen für sich: Spanien hat das Potenzial, zu einem wichtigen Zentrum für das Tennis im Rollstuhl zu werden, und mit Spielern wie Caverzaschi und de la Puente sind die Weichen dafür gestellt. Die Leidenschaft und das Engagement, die wir in Barcelona erlebt haben, sind ein starkes Versprechen für die Zukunft.
